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ben SJSfanbfiriefen toerben bern ©laubiger alle »jarliken
tynsen pachten unde opkoinen« * *) übertragen. ®amit trat er
tn ben 33efi& ber orbentlitfjen ©infi'mfte beä Slmteä. $etn Ütecfjt
aber erhielt er auf bie aufeerorbentlidfen Sntraben, bie bom
Sanbtag betoiEigte gemeine Sanbbebe. *) SfEerbingS finben ftd)
aud) in ipolftem aSerciufjerungen, bei betten auch biefe über«
tragen toirb, ober bielmefir, too ber £an&eSf)err feine aufjer=
sidest broken an hals und handt unde gemenliken mit allen rechticheiden
herlicheyden frigheyden brukingen unde upkomen unde aller slachter nutt.
Sonft ift bon einer Verleihung ber ©ericptsbarfeit in ben Verpfäitbunps=
urtunben nichts ermähnt. Stber auch in ber eben angeführten Urfunbe
beutet ber 3ufa& broken . . . aller slachter nutt barauf bin, baß eS fid)
nur um bie ©infünfte aus bent ©ericlft hanbclt.
') Reg. Chr. I, Sir. 99.
*) 3n ben Vfanbbriefen Wirb in ber Siegel bent .Sättig borbebalten:
wes dat mene landt deyt. — b. ©temann, Öffentl. unb ißribatrecfjt I, 244
überfein es als „allgemeine üanbcSpflicbt," ohne näher ben Inhalt unb
bie Vebeutung biefeS Vorbehalts anpgebett, tnäbrenb galtf, £>aitbbud)
III, 327 militärifcbe ®ienftc barunter ju uerftehen fd)eint. ®afj aber ÄriegS»
bienfte bamit nicht gemeint fein tönnen, geigt ber Sßfanbbrief, in bent
©hrtftiatt I. feiner ©emahlin Dorothea 1480 baS Slmt £>aberSlebett ber=
fchreibt. .£)ier lautet bie SieferbationSformel nur: nichtes buten bescheden
ane vriigmanne denst in unser unde unser obgenanten lande noden
wanner des to donde worde (Reg. Chr. I, Sir. 176). ®a auch hier ber
Äönig militärifche ®ienfte bon ben ©ittgefeffenen forbern tarnt, ber Stus=
bruct »wes dat mene iandt deyt« ober fehlt, ntttfj bieS ettoas attbereS fein.
— ®a& burch bie Verpfänbuttg bem ilanbesherrn nicht bas Siedjt auf
aujjerorbentliche ©teuerforberungen aus bent Slmt berluftig ging, geigt
©hriftianS I. ÜfSriöileg für bie ilattbe bom 5. SJiärg 1460: Wy unse erven
unde nakomelinge scholen unde willen ok nene schattinge edder bede
don over de inwonere desser land samptliken edder besundergen, utge-
scheden unse egene bunden unde lansten de unvorsettet unde unvorpandel
sind, sunder fruntliken willen unde tolaet endrachtliken vulbord aller
redere unde manschopp desser lande gestlik unde werlik (Reg. Chr. I,
Sir. 18, ©. 29). ©obalb bie Simter nicht berpfänbet toaren, hatten bie
ünitbftänbc teilte VefugttiS, für bie ©ittgefeffenen berfelbett Steuern ju bc=
miUigen. Siur im gaH ber Verpfänbuttg toaren auch bie filmtet ber Iaitb=
ftänbifepen ©teucrbetoilligung uittertoorfeit, tueil nämlich bie Simter ftets
an Sliitglieber ber ©tänbe berpfänbet ioarett. bgl. SJiichelfen, Über bie
borntalige öanbeSbertretung in ©chleStoig=#olftein mit befonberer Siiictfidjt
auf bie Simter unb Sanbfcpaftcn. Hamburg 1831.

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