— 68 -
tung ihrer Territorien ber&rüngt 1 ) uttb bie feubale SlmtS»
oerfaffung befeitigt. Tie Slmter mürben rtictjt mehr ju erblichem
Sehen übertragen. 9^icf)t Sebnrecbt ober eignes ererbtes ÖtecEjt
gab ben Slnfprucb auf baS Stmt, fonbern ber freie SBiüe beS
SanbeSberrn toar majigebenb. Sin ©teüe beS erblichen SimteS
trat baS befriftete Stmt, unb bamit bie S3eranttoortliif)feit.
3n ^poiftein beginnt baS Sufammentoacbfen ber fürftlicfyen
ütecbte jur SanbeSbobeit im Saufe beS 13. ^a^rijuubertS. 2 )
freilich ijaben mir aus biefer Seit nodt) feine Seugniffe, bie
uns über bie rechtliche Stellung ber Sofalbeamten Slacfjricfit
geben, ^n ber jtueiten ^älfte beS 14. £;af)rf)unberts aber ift
bie ©ntmicflung fcf)on bis ju einem getoiffen ©rabe abgefcfjloffen;
mir hören Oon SSögten, bie auf Seit angeftettte, abfefcbare
93eamte beS SanbeSberrn finb. 3 ) $m 15. ^abrburtbert merben
bie Singaben noch beftimmter unb jabireicber. (So beifet eS in
bem mehrfach genannten SSergleic^ bont $abre 1415 4 ): Ok zo
‘) ©. P. BeloW b at barauf bmßetoiefen, baff bte Befeitigung beS
SehnSWefenS aus bem Beamtentum ben üanbestjerren ift erfter Sinie mit
fjülfe ber SJtinifterialität gelungen ift. „Sie SJtinifterialität ift Wohl baS
toicf)tigfte Sltittel gemefen, burd) Welches bie SanbeSherren bie ^>errftfjaft
beS SehnSWefenS gebrochen h a & en - 3 n ber Blütezeit beS SehnSWefenS
pflegte fein freier ein Stmt anpnehmett, Wenn eS ihm nicht gu Sehen unb
jWar gu erblichem Seifen gegeben Würbe. Sem Wichen bie SanbeSljerren
baburcf) au§, ba§ fie bie Simter nach SKöglichteit nur an Unfreie, eben an
ihre Btinifterialen gaben. SUS Unfreie tonnten bie SJiinifterialcn teine Be=
bingung bei ber Sinnahme eines SlmteS ftellen, fie Waren berpflid)tet, auf
Befehl beS §crrn je nach Belieben Simter angunehmen unb Wieber auf=
jugeben. Sie Übertragung eines SlmteS gu Sehen unb bie Übertragung
eines SimteS an einen SJtinifterialen bilben bal)er ©egenfähe." §iftor.
3tfchr. 59, 225. — bgl. ferner: .fjiftor. Qtfdjr. 75, 414; 63, 302. — Sanbftänb.
Berfaffuitg in Sülid) unb Berg. .Stfchr. beS berg. ©efdjidjtSPereinS, Bb. 21,
©. 188. 204.
^ SBieberholb, Unterfudjungen gur @taats= unb BerfaffitngSgefchichte
ber norbalb. Scrritorien (1234—61). ©ött. Siff. 1897, ©. 41. 42.
*) 1361 ertlärt Slbolf VII. in betreff feines BogteS: Were dat we
Roleve Tynappel afsetten wolden van der voghedie, edder dat he af
wolde (U. II, ©. 244), unb 1375 ertlärt ber Srg6ifd)of SUbert bon
Bremen, als er Slbolf VII. bte £älfte ber Bogtei $afeIborf berpfänbet:
Were ok dat dar eyn ammetman oppe were, de eine nicht even queme,
den mach he affsetten, unde setten eynen anderen (U. II, <5. 311).
*) P. ©temann, Urt. Beitr., a. a. D.

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.