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Dritter Abschnitt.
Beschaffenheit in mäßigem Vorräte vorhanden, dann würden sie so
gut wie der Boden eine Rente geben, so wie sie nämlich allmählich
mit abnehmender Güte nacheinander in Benutzung genommen
würden. Mit jeder Anwendung einer schlechteren Art davon müßte
jedesmal auch der Tauschwert der Güter, bei deren Verfertigung
sie gebraucht wurden, steigen, weil eben gleiche Mengen von
Arbeit immer weniger hervorbrächten.“
Man kann diese Stellen mit der Lupe betrachten und wird nie
etwas anderes darin finden können, als daß Ricardo unter der Vor
aussetzung unbegrenzten freien Bodens von gleicher Qualität, der
jedermann zur Okkupation offen steht, die Bildung von Differen
tialrente für unmöglich erklärt hat: aber wie man aus
ihnen herauslesen kann, daß er bei Fortfall dieser Bedingungen die
Bildung von Monopolrente für nur möglich, geschweige denn
für notwendig gehalten hat, das vermögen wir nicht zu erkennen.
Ricardo sagt hier klipp und klar, daß auch Luft und Wasser
Differentialrente geben würden, wenn sie nicht in unbegrenzter
Menge vorhanden wären und angeeignet werden könnten, und
wenn sie von verschiedenerArt und Beschaffen
heit wären. Hätte er hier an eine Monopolrente gedacht, so
hätte er sich die Hinzufügung dieser letzten Bedingung sparen
können; denn nach der einfachen Monopol-Preistheorie genügt die
Aneignung des ganzen Vorrats völlig, um die Bildung einer Monopol
rente zu erklären. Und umgekehrt würde auch Land keine Differen
tialrente abwerfen, wenn es, wie Wasser und Luft, in unbegrenzter
Menge und, das ist die entscheidende Bedingung,
nichtdieAneignung, in ganz gleicher Art und Beschaffen
heit vorhanden wäre.
Keinesfalls erzwingt der Wortlaut dieser Stellen die Deutung,
daß Ricardo- in ihnen die Anschauung habe entwickeln wollen, daß
nach Okkupation allen Bodens absolute Grundrente entstehen
müsse oder auch nur könne. Im Gegenteil, wir sind der Meinung,
daß der Wortlaut diese Deutung geradezu ausschließt. Sollte aber
der Wortlaut Zweifel über seinen Sinn lassen, dann hat man die
Theorie in ihrem ganzen Zusammenhänge zu Rate zu ziehen,
um zu erkennen, was der Denker hier hat sagen wollen und müssen.

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