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Dritter Abschnitt.
c) Erst wenn aller Boden Monopolbesitz
geworden ist 1 ), gibt es eine allgemeine Rente. Wann dieser
Fall eintritt, ist für jedes Land lind für jede Zeit quaestio facti..
Mit jenen anderen Stellen zusanimengehalten, kann diese
Ausführung unmöglich anders gedeutet werden, als daß Diehl von
dem Augenblicke an, wo nicht mehr „Boden zur freien Verfügung
der Ansiedler steht“, allen Boden zum „Monopolbesitz“ werden
läßt, der eine allgemeine, d. h. absolute Rente, eine Monopol-Preis
rente erhält.
Diehl steht mit dieser Meinung nicht allein. Unter andern ver
tritt auch Lexis die gleiche Auffassung. Wir zitieren aus seiner
schon angeführten kritischen Abhandlung „Zur Kritik der Rod-
bertusschen Theorien“ eine sehr charakteristische Ausführung 2 ):
„Sehen wir . . . von dem unmittelbaren Gebrauchswert und dem
dadurch bedingten Verkehrswert des okkupierten Bodens ab und
betrachten denselben nur als Produktionsmittel der notwendigsten
Lebensbedürfnisse. Es ist einleuchtend, daß er auch als solcher
einen Preis erhalten muß, sobald es in dem betreffenden Gebiete
nicht mehr möglich ist, konkurrenzfähigen freien Boden u n e n t -
g e 111 i c h in Besitz zu nehmen. Wir nehmen dabei zunächst an,
daß der ganze Boden des Gebiets von gleicher Güte ist. Solange
unterdieserVoraussetzungdie Okkupation nicht voll
ständig ist, haben die Grundstücke noch keinen Kapitalwert, und
ihre Besitzer beziehen keine privatwirtschaftliche Grundrente,
sondern haben nur vermöge ihres Kapitalbesitzes Anteil an der
Gesamtrente der Unternehmerklasse. Ist aber kein freier Boden
mehr übrig, und nimmt die Bevölkerung weiter zu, so entwickelt
sich die privatwirtschaftliche Grundrente. Denn es ist unzweifel
haft, wenigstens von einem gewissen Punkte an, nicht mehr mög
lich, den Ertrag eines begrenzten Grundstückes fortwährend pro
portional dem aufgewandten Kapital zu vermehren. Die Grund
besitzer werden also dann imstande sein, für ihre Produkte Preise
aufrechtzuerhalten, in denen außer ihrem Kapitalgewinn auch noch
0 Im Original nicht gesperrt.
2 ) 1. c. S. 470. Im Original nicht gesperrt.

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