Der Lexis-Diehlsche Rettungsversuch.
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tiven Sinne beantworten zu können: die Monopol-Preis-
theorie, wie sie Lexis und Diehl vortragen,
ist nicht nur unricardisch, sondern geradezu
antiricardisch. Ricardo hat sie nicht nur nicht gelehrt,
sondern hat sie im Gegenteil mit äußerster Schärfe und bewun
dernswerter Folgerichtigkeit bekämpft und, wie wir sehen werden,
m u ß t e er sie bekämpfen. Streng genommen wäre mit dem Nach
weis, daß Diehl das Rodbertussche Problem formal verfehlt hat,
eine weitere Erörterung seines Rettungsversuchs unnötig; und es
bliebe nur noch der Lexissche Versuch zu beurteilen, der ja nicht
anders abgewiesen werden kann als durch den Nachweis, daß sich
das Rodbertussche Problem dennoch, auch ohne Monopol-Preis
theorie, mit den Mitteln der Ricardoschen Lehre lösen läßt.
Dennoch glauben wir, der tieferen Erfassung des gesamten
Problems der Grundrente einen nicht kleinen Dienst zu erweisen,
wenn wir über jenen formalen Fehler fortsehen und zeigen, daß
Diehls Lösung nicht nur nicht rodbertisch, sondern vor allem auch
nicht ricardisch ist.
b) Der Diehlsche Rettungsversuch.
Ricardo und die Monopol-Preistheorie.
Diehl stellt in seinem schon zitierten Werke seine Auffassung,
daß Ricardo die Monopolpreistheorie als Erklärung gewisser realer
Erscheinungen zugelassen habe, ausführlich und mit Berufung
auf eine Anzahl von Sätzen des Meisters dar. Er schreibt unter
dem Titel: „3. Die Rente als absolute Rente. Die Monopolrente“
folgendes x ):
„Es ist eine Eigentümlichkeit der Ricardoschen Theorie, daß
sie die schlechteste Bodenklasse oder richtiger die ungünstigste
Kapitalanlage auf dem Boden rentelos sein läßt: die Rente ist
unter der Voraussetzung, die Ricardo selbst macht, nur Differen
tialrente, keine allgemeine Rente. Die Voraussetzungen, von denen
er ausgeht, sind die, daß entweder noch Boden schlechtester Qualität
frei okkupierbar ist, so daß die Konkurrenz dieser Bodenbebauer
») 1. c. S. 169.

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