Der Lexis-Diehlsche Rettungsversuch.
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ten, ist ganz rodbertisch), macht dem Weisen von Jagetzow hier
noch eine weitere Konzession; er nimmt nicht ohne weiteres mit
Ricardo an, daß das Gesetz des sinkenden Bodenertrages von allem
Anfang an — abgesehen von kurzdauernden Rückschlägen dank
verbesserter Technik — wirksam sei: sondern er läßt es erst von
einem gewissen, nicht näher bestimmten und auch nicht generaliter
näher zu bestimmenden Zeitpunkte an wirksam werden. Jeden
falls wollen wir festhalten, daß Lexis Bedingungen für denkbar
hält, unter denen hier die Handvoll Großgrundbesitzer, die das
ganze Areal dieser volkreichen und gewerbetätigen fruchtbaren
Insel besitzen, keine Grundrente bezieht x ).
Der zweite Unterschied zwischen Lexis und Diehl ist von
viel größerer Wichtigkeit. Lexis führt die Verteidigung Ricardos
dadurch, daß er das Problem für falsch gestellt erklärt. Wenn
Rente entstehen könne, so könne sie nur als Monopol-Preisrente
entstehen. Rodbertus aber habe verlangt, daß man hier das Ent
stehen von Rente erklären solle, obgleich das Urprodukt auf seinem
„natürlichen Preise“ stehe. Das sei unmöglich und daher das Pro
blem falsch gestellt.
1 ) Die Maximalzahl der hier möglichen Güter läßt sich übrigens aus den
von Rodbertus angegebenen Bedingungen annähernd berechnen. Sie kann nur
sehr gering sein. Die Güter sollen einen Flächeninhalt von 5000 Magdeburger
Morgen = 1250 ha oder 12,5 qkm haben und, wie ausdrücklich bemerkt wird,
von einem Wirtschaftshofe aus bebaut werden. Aus landwirtschaftlich-techni
schen Gründen ergibt sich, daß die Länge dieser ohne großen Fehler als gleich
seitige Dreiecke aufzufassenden Kreissektoren nicht mehr als höchstens 12 >4 km
betragen kann, so daß sie bei einer durchschnittlichen Breite von 1 km das
angegebene Flächenmaß haben. Unter der Voraussetzung dieser Länge und
Breite sind die Güter schon sehr schlecht arrondiert, da die entferntesten Äcker
mehr als 6 km vom Hofe, d. h. selbst bei sehr gutem Boden auf oder jenseits
der Rentabilitätsgrenze liegen. Geben wir der zentralen Stadt noch einen Radius
von 1 km (3,14 qkm Wohnfläche ist übermäßig reichlich berechnet), so hat die
ganze Insel einen Umfang von rund 85 km und einen Flächeninhalt von rund
572 qkm, von denen 569 als Ackerfläche in Betracht kommen, faßt also 45 bis 46
solcher Großgüter zu je 12,5 qkm. Sollen die Güter besser arrondiert sein, etwa
zur halben Länge und doppelten Breite, so sinkt der Flächeninhalt auf ein Viertel,
und es sind nur noch 11 bis 12 solcher Großgüter vorhanden. Danach mag man
ermessen, ob die Koalition zwischen den Grundeigentümern zum Zwecke der
monopolistischen Preissteigerung möglich ist, die Lexis erwägt.

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