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Zweiter Abschnitt.
Zweiter Abschnitt.
Der Rodbertussche Angriff.
a) Rodbertus’ Grundrententheorie.
Hatte Ricardo die naturrechtliche Seite der zwiespältigen
A. Smithschen Rententheorie in der Richtung ausgebaut, daß
das Grundeigentum zwar großenteils als Naturmonopol erschien,
insofern nicht alles Land von gleicher Bonität und von gleicher
Verkehrslage war, — daß aber dennoch das Getreide im regelmäßi
gen Verlaufe nicht einen Monopolpreis, sondern den „natürlichen“
und daher gerechten Preis erzielte: so baute Rodbertus die Smith -
sche Monopol -Lohn theorie aus, während ihn seine Gesamtauf
fassung daran hinderte, sich der Monopol -Preis theorie zuzu
neigen.
Er ist nämlich strenger Anhänger der Arbeitswerttheorie.
Danach gravitieren alle Preise gegen denjenigen Wert als Schwin
gungsmittelpunkt, der durch die auf den Produkten „haftenden“
(Marx würde sagen: durch die in den Produkten „vergegenständ
lichte“) Kostenarbeit bestimmt wird. Das gilt auch für die Nahrungs
mittel. Mithin kann die Grundrente auch nicht, wie Smith annahm,
ein Aufschlag auf den natürlichen Preis sein, ist also kein
Monopolpreis.
In Parenthese: Rodbertus bewegt sich hier, ohne es im minde
sten zu bemerken, in einem fehlerhaften Zirkel. Er nimmt, unter
ausdrücklicher Berufung auf Ricardo, dessen Arbeitswerttheorie
an, ja macht sie zu der tragenden Grundlage seiner gesamten Lehre.
Nun ist abe£ diese Arbeitswerttheorie Ricardos eine logische Ab
leitung aus seiner Grundrententheorie. Er weist nach, daß der
Preis des Urproduktes durch dasjenige „Grenzprodukt“ bestimmt
wird, das keine Grundrente trägt. Derart erscheint der Preis aller
Waren lediglich bestimmt durch Lohn und Profit, d. h. durch die
Kosten der gegenwärtigen und vergangenen (vorgetanen) Arbeit,
die zu ihrer Herstellung erforderlich war. Rodbertus gibt die Prä
misse preis, hält aber an der Schlußfolgerung fest: er behauptet,

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