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Endlich kann auch der Pall eintreten, daß eine Ver
engung des Begriffsumfanges beim Grundwort dessen Be
ziehung zu dem abgeleiteten vb. löst; dies darf man wohl
annehmen für hcenctn = to stone zu hau )> hone „Wetz
stein, Streichstein“, sowie für mcelan = to mark zu meet
(mal) )> mole „Muttermal“, das außerdem im me. an ae.
mcel „Mahlzeit“ und meolo „Mehl“ erinnerte.
b) Ersatz eines Abstraktums durch ein Konkretum.
Das Streben der Sprache nach möglichst großer Deutlich
keit äußert sich oft in einer gewissen Bevorzugung konkreter,
bisweilen auch drastischer Bezeichnungen gegenüber ab
strakten. Mit dem Verschwinden des untergehenden vb.
geht meist gleichzeitig die größere Anschaulichkeit des über
lebenden verloren zu Gunsten der angenommenen abstrakten
Bedeutung. Mit den hier in Betracht kommenden vb. lassen
sich diejenigen in Parallele stellen, bei denen das onomato
poetische Element für ihr Fortleben von Bedeutung ist (s. § 8).
Auch insofern ist eine gewisse äußere Ähnlichkeit mit dem
onomatopoetischen vb. nicht zu verkennen, als die Ersatz
formen in beiden Kategorien zum großen Teil me. Neu
bildungen sind.
derian „beschädigen, verletzen“ hat bis ins me. neben
sich das aussterbende daru )> däre; frühme. dringt aus dem
frz. hurten ein mit der sinnenfälligeren Bedeutung „schlagen,
stoßen“; etwas später wird es auch überhaupt im Sinne von
„körperlich verletzen“ gebraucht, woraus sich ein das ae.
derian vollkommen wiedergebendes ne. to hurt entwickelt.
ae. dragan heißt ursprünglich nur „ziehen, treiben“; erst
im 14. s. ersetzt dräwen das bis dahin ausschließlich angewandte
ä ■ feegan „zeichnen, malen“ (zum adj. fäg „bunt“, vgl. § 101.
Als Mittelglied in dem hier vorliegenden Bedeutungswandel
ist anzusetzen: „die Feder, den Pinsel u. dergl. ziehen“,
(Sweet vermutet Verwechslung mit ä • feegnian „schön
machen“).

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