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aus der vereinten Wirkungsweise beider Ursachen klar und
ohne Rest zu erkennen gibt. Dieser ideale Fall ist
jedoch selten, und zwar aus folgenden Gründen.
Man kann fast für alle angegebenen Ursachen „Aus
nahmen“ finden, die ihnen zu widersprechen scheinen. Schon
aus diesem Umstand dürfte hervorgehen, daß wir es, wie so
häufig bei sprachgeschiclitlichen Problemen, so hier ganz
besonders mit sehr komplexen Gegenständen zu tun haben,
d. h. das Dasein eines und desselben Wortes ist meist an
recht verschiedenartige Bedingungen geknüpft: an seinen
phonetischen Charakter, die Assoziationen, welche es erweckt,
die lautliche Beziehung zu den entsprechenden Dingen (Laut
symbolik), das Vorhandensein von Synonymen u. a. m. Diese
Gesichtspunkte lassen sich nun bei den einzelnen Wörtern
in nur verhältnismäßig wenigen Fällen so vollständig zur
Anwendung bringen, daß man zu sagen berechtigt wäre:
Diese und keine andere ist die einzige und allein mögliche
Erklärungsweise. Vielmehr treten in der Regel mehrere
Möglichkeiten auf, das Aussterben eines Wortes zu erklären,
die durchaus nicht immer einander auszuschließen brauchen,
sondern häufig in demselben Sinne wirken. Wenn trotzdem
die oben angeführte Einteilung der Untersuchung zu Grunde
gelegt wird, so geschieht es wesentlich aus Gründen der
Übersichtlichkeit und Zweckmäßigkeit.
Die genannten Eigentümlichkeiten, welche erst die an
zuführenden Einzelfälle in das rechte Licht setzen werden,
sind einmal bedingt durch das lexikographisch niedergelegte
Wortmaterial. Es läßt sich nämlich nicht immer mit hin
reichender Sicherheit die Jahreszahl — besonders in der ae.
und me. Periode — ja, häufig nicht einmal das Jahrhundert
angeben, aus dem das betr. Wort zuletzt belegt ist. Sodann
ist die Ersatzform vielfach nicht eindeutig bestimmt, zumal
wenn sich in die Bedeutung des alten Wortes mehrere neue
teilen, oder wenn eine Bedeutungsverschiebung vorliegt.
Endlich dürfte hinsichtlich der Zeitbestimmung sowohl bei

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