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!) Vgl. Zeitschr. f. d. Phil. 29, 327.
der byzantinischen Rezension (F!) bekannt war, mit andern Worten,
dass Wulfila sie in seiner Quelle vorfand.
II, 4. Bejdahaim: HrjRXsejx. Die dem Griechischen genau ent
sprechende Form findet sich Joh. VII, 42: Beplaihem. Ein Schreib
fehler ist wohl ausgeschlossen, da die hier stehende Form sich in
Luc. II, 15 wiederholt; ebenso lateinischer Einfluss, weil sich dort
in keiner Hs. eine ähnliche Schreibart findet, während für die An
nahme, dass in der Quelle Wulfilas B^flXasp. anzusetzen sei, die Form
Baipalaiem im gotischen Nehemia-Fragment VII, 26 stark ins Ge
wicht fällt. x )
Ein schwieriges Problem stellt die Form:
II, 38. Jairusaulymos: 'IspoouaXrjp.. Eine Lösung kann nur ge
funden werden, wenn man auch die vom griechischen abweichende
Fassung des ganzen Satzes berücksichtigt. Dem gotischen: rodida bi
ina in allaim paim usbeidandam lapon Jairusaulymos steht in den
byzantinischen Hss.: £XaXei -spi auxou xtaaiv toi? irpoaos/opivoi? Xöxpuxjiv
£v 'IepousaX^p, gegenüber. In allen griechischen Hss. steht'kpouaaXrjp.,
desgleichen in allen lateinischen. Daher muss für die Quelle des
Goten eine Form von ' kpoaoXopia angesetzt werden. Dass überhaupt
diese Quelle die letztere Form gegen die im Lucas-Evang. sonst vor
herrschende: 'kpooaocXVjp. wenn nicht bevorzugt, so doch da, wo sie
ursprünglich gestanden haben wird, bewahrt, zeigt Luc. V, 17, wo
Jairusaulymon ebenfalls ohne jegliche Parallele steht, während beide
Stellen, an denen im Lucas Jairusalem gegen griechisch 'IspoaöXop.a
gesetzt ist, sich leicht aus lateinischem Einfluss erklären. Ja Luc. II, 22,
um diese Stelle gleich mit zu erledigen, zwingt uns direkt zu dieser
Annahme, da dort alle griechischen Hss. das sonst weniger geläufige
'kpoaöXop.« bewahrt haben, von den lateinischen nur f. Ist nun f
vom gotischen Text abhängig, was hier bestätigt wird, da ein Zu
sammenhang angenommen werden muss, so kann Jairusalem nur
eine spätere Änderung sein. Wie aber sollen wir im Zusammenhang
diese Form erklären? Irgend eine Verderbnis muss angenommen
werden. Streichen wir in vor allaim als in den Text gedrungene
Glosse oder als Schreibversehen, das durch das vorhergehende ina
veranlasst worden sein kann, so ist Jairusaulymos als Genitiv zu
erklären. Ein solcher ist sonst nirgends zu belegen, obwohl er nicht
als absolut unmöglich angesehen werden darf, da ein Dativ Jairu-

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