III.
Verhältnis zur lateinischen Über
lieferung.
A. Orthographie der Personen- und Ortsnamen.
§ 35. Allgemeines. Im 31. Bande der Zeitschrift für deutsche
Philologie S. 190 sagt Kauffmann: „Von besonderem Interesse ist
nun aber, dass wir genau entsprechend dem aus Anlass des Matthäus
evangeliums geschilderten Sachverhalt auch im Johannesevangelium
sichere Spuren finden, die zur lateinischen Bibel hinüber führen.
Es ist hier wie dort eine kleine Gruppe von Personen- und Orts
namen, deren Orthographie die deutlichsten Fingerzeige giebt.“ Genau
dasselbe lässt sich für das Lucas-Evangelium nachweisen. Grade
hier ist ja der Vorrat an solchen Namen ein besonders grosser, da
in Cap. III die berühmte Genealogie eine Namenliste bietet, die bis
auf Adam zurückgeführt wird. Eine ähnliche Genealogie des Math.-
Evang. ist uns in den gotischen Fragmenten ja leider nicht erhalten.
Um die Verhältnisse innerhalb dieser Kategorie von Lesarten, ihre
Bedeutung, besser vielleicht Bedeutungslosigkeit in bezug auf die
Quellenfrage richtig zu würdigen, ist es von Interesse, das Urteil
v. Sodens wiederum zu hören. Alles, was dieser Gelehrte bei Ent
wicklung der Grundsätze, die für die Rekonstruktion seines I-H-K-
Textes massgebend sein sollen, unter der Rubrik „Rein Ortho
graphisches“ über die verschiedenen Ursachen von Variantenbildungen
dieser Art sagt, ist bedeutungsvoll auch für die Erklärung der
gotischen Schreibungen.Ich hebe indessen nur ein paar Sätze
heraus: „Häufig war einfach Schreibungewandtheit oder Lässiglceit
’) Vgl. v. Soden I, 2, 1361 f.

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