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Bei II, 25 haben die Vg-Hs. D: iste erat, die Itala-Hs. ff2:
iustus erat, so dass lateinischer Einfluss wegen der abweichenden
Stellung in 02 so gut wie ausgeschlossen ist. Für alle drei Hss.
ist die Annahme selbständiger Ergänzung sehr naheliegend, weil im
gleichen Verse noch zweimal „was“ vorkommt in parallelen Satzteilen.
Der Ausfall des Streitfragen zusammen. VI, 4 zeigt, weil Gräcismus, am deutlichsten,
dass der Gote selbständig schaltet. Alle Lateiner lösen den Ausdruck
in einen Relativsatz auf. Damit gehören aber VIII, 29 und XVIII, 7
zusammen. Ich bestreite daher Bernhardt das Recht, für XVIII, 7.
|jiaxpoöo[j.£r anzusetzen als Quellenlesart, obwohl auch ADQ1I dieses
bieten. Vielmehr beweist der Vergleich mit VIII, 29, dass wir in
diesen Ausdrücken Gräcismen zu sehen haben und dass hier wieder
die Hss.-Gruppe EFGHSUVA der Quelle des Goten am nächsten
steht. Denn VIII, 29 steht in griechischen Hss. überall einfaches
Partizip.*)
§ 33. Versehen. Wichtiger als die beiden letztgenannten
Kategorien sind einzelne Lesarten, denen unverkennbar entweder
Versehen der Abschreiber in den verschiedenen Stadien der
Entwicklung unserer gotischen Evangelien zu Grunde liegen oder
direkte Versehen, Missverständnisse des Übersetzers
selbst. Einige sind nur aus einer griechischen Quelle verständlich.
Die Gruppe hat insofern eine gewisse prinzipielle Bedeutung, als sie
zeigt, wie mannigfaltig die Ursachen waren, die auch bei einer Über
setzung, welche sich so ausserordentlich eng an ihre Quelle anschloss,
zu Abweichungen führen konnten, und dass vielleicht die eine oder
andere Lesart, die oben auf andere Motive zurückgeführt wurde,
ebenfalls auf ein blosses Versehen zurückzuführen ist. Ich lasse
selbstverständlich alle Fälle, wo nur ein Buchstabe ausgelassen, zu
gesetzt, vertauscht ist, beiseite. Darüber möge man Uppströms Aus
gabe vergleichen. Nur den Sinn berührende, wirkliche Abweichungen
von der griechischen Überlieferung kommen in Betracht. * 2 )
I, 10.' alls hiuhma was manageins beidandans: itav xö idr ( flo?
f ( v xoö Xcwö Tipoaso^op-svov. Wulfila muss npooos%6\uvov
entweder in seiner Quelle gefunden oder versehentlich
selbst herausgelesen haben, vgl. II, 38.
*) Zu dieser Gruppe: Stolzenburg, Zeitsehr. f. d. Phil. 37, 192 f.
2 ) Vgl. dazu: Bernhardt, Vulßla, Einleitung S. XXXVJI; Kauffinann,
Zeitschr. f. d. Phil. 31, 189.

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