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gebraucht wird, wir also vermuten dürfen, dass das, was im Griechischen
besagen will, vom Goten als durch pamma schon genügend
wiedergegeben erachtet wurde. Natürlich will ich eine letzte Möglich
keit nicht leugnen, dass nach Analogie von VII, 11 z. B. ursprünglich
afardaga gestanden haben kann.
§ 30. Rein grammatische Abweichungen. Unter eine letzte
Gruppe ordne ich noch alle die Abweichungen, die Stolzenburg als
„rein grammatische“ bezeichnet. Es sind meist Fälle, die kaum
noch Anlass geben zu irgend welcher Uneinigkeit bezgl. ihrer Er
klärung aus dem allgemeinen Übersetzungscharakter der gotischen
Bibel, also für die Entscheidung der Quellenfrage keine Bedeutung
haben. Ich beschränke mich daher auf einen Auszug derselben aus
den ersten Capiteln des Lucas und zitiere dazu die eine oder andere
Stelle des Evangeliums, an der sich eine entsprechende Änderung
findet. Nur einige zweifelhafte Fälle werde ich am Schlüsse ge
sondert aufführen.
I, 6. ba: ap/poxepot; ebenso II, 6. po: auxoo?; II, 33. 44. 45.
50 etc. (vgl. Stolzenburg, Zeitschr. f. d. Phil. 37, 174 C).
I, 7. ni was im barne: oox f t v aoxo!$ xsxvov; ebenso mit
Genitiv partitivus: II, 7. ni was im rumis: oöx r,v aöxot? xöwo?;
vgl. ähnliche Genitive: I, 27. Jnzei narno Josef: u> ovop.a ’hoa^cp;
I, 45. ustaulits J)ize rodidane: xcXsitoai? xot? XsXaXujpivoi?; ferner:
I, 37; II, 23. 25; IV, 2. 27. 36; V, 39; VI, 30. 32. 44; VII, 41;
IX, 14; XV, 4. 11; XVI, 6. 19; XX, 20, 31. Die meisten dieser
Beispiele sind zugleich solche für die charakteristisch gotische
Änderung von Singular in Plural. (Zu beidem vgl. St. S. 171 u. 173.)
I, 10. hiuhma was ... beidandans: xö 7tXr ( 9os r,v .. . -poasoyousvov,
vgl. v. 21. managei beidandans: Xaö? wpocrooxiüv. Auffallender ist schon
der im Gotischen xaxa aovsatv konstruierte Plural, der aber, weil
alleinstehend, als gotische Eigenart in Anspruch genommen werden
muss: I, 18. bitue kunnum: xaxa xi ■fwoijop.at. Weitere gotische Plurale
für griechischen Singular vgl. II, 43, wo für gotisch: ni wissedun
Josef jah aißei is = griechisch; oox sjvu> ’l(0S7)

Hs. D mit ihrem r/vwaav wegen sonst abweichender Fassung nicht
berücksichtigt zu werden braucht (vgl. S. 38 u. S. 28); vgl. ferner:
IH, 2; IV, 21; V, 6. 19; VI, 23; IX, 28. (Siehe St. S. 168 u. 173.)
I, 7. framaldra dage seinaize: Trpoßeßrpxoxe? ev xat? ypipatc aöxwv,
vgl. II, 36; V, 15; VI, 17; (St. S. 171 f.). Dazu: VIII, 2; XX, 26.
35. saei gabairada: xö -(swwpsvov. Selbständige Änderungen des

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