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XVI, 2. ju [lanamais: ext (vgl. Anm. Bernh. zu XV, 19). Dass 
es müssig ist, für IX, 12 lateinischen Einfluss anzunehmen> 
beweist Bernhardt selbst dadurch, dass er es für XVI, 2 
nicht tut. 
§ 21). Auslassungen, v. Soden sagt I, 2, 1470: „Ganx be 
sonders zeichnet sich der Text des Ulfilas durch die Seltenheit der 
Omissionen aus, zu denen Paralleleinwirkungen nicht zu zählen 
sind.“ Dieser Satz bestätigt sich für und durch meine Vergleichung. 
Denn ziehen wir alle die Fälle, in denen man bisher Auslassungen 
sehen zu müssen glaubte, die aber teils in den byzantinischen Hss., 
teils in den Parallelstellen ihre Erklärung gefunden haben, ab, so 
bleibt von den bei Stolzenburg angeführten Auslassungen im Lucas 
grade eine einzige Stelle, für die eine Auslassung wahrscheinlich aber 
auch schon in der Quelle angenommen werden muss. Der Rückschluss 
ist kaum zu umgehen, dass man die auf Parallelstellen zurück 
zuführenden Auslassungen schon für die griechische Quelle anzu 
nehmen hat. Die Treue der gotischen Überlieferung tritt in ein 
immer helleres Licht. Die eine Stelle ist folgende: Lucas XIX, 33: 
andbindandam (>an im qefrnn fiai fraujans f)is du im: duhie andbindats 
Jiana fulan: Xoövxwv oe aoxöiv xöv ttwXov sutov ol xupioi aüxoo irpi; aüxour 
xi Xuexe xöv ttäXov. Die gotische Lesart steht allein, erklärt sich aber 
einfach wie in der lateinischen Hs. G die Auslassung des ganzen 
Zwischensatzes: ex homoioieleuto. Noch verständlicher wird diese 
Abweichung, wenn wir uns erinnern, dass im gleichen Erzählungs 
abschnitt (vgl. S. 59) zweimal eine Ergänzung nach Parallelstellen 
anzunehmen ist, nämlich v. 35 grade das, was hier fehlt: pana fulan 
und v. 30: fulan asilaus. Als Ergänzung zu der Liste Stolzenburgs 
sei dann noch VIII, 47 hinzugefügt, wo der Gote gegenüber der 
griechischen Fassung: xpip.00301 yjXflev xa't einfach reirandei jah bietet, 
wo das fehlende qam zu ergänzen sein dürfte. Die Auslassung lag 
um so näher, als atdriusandei, das folgt, qam überflüssig machte 
(vgl. Bernhardt). Auch hier steht die gotische Lesart allein. Die 
Übersetzung von griechisch lv x^ s£r ( s %epa Cap. IX, 37 durch in 
pamma daga möchte ich kaum als Auslassung auflassen, weil die 
Übersetzung dieses Ausdrucks in den verschiedenen lateinischen Hss. 
mit: „per diem, in sequenti die, in illa die, eo die“ zeigt, dass der 
griechische Ausdruck entweder nicht eindeutig bestimmt war, oder 
mindestens schwer wörtlich zu übersetzen. Dazu kommt, dass der 
Gote hier den Artikel gesetzt hat, der ja auch für oöxo;, sxetvo; etc.
	        

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