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auf jeden Fall auf einen gemeinsamen griechischen Untergrund re
kurrieren, dürfen wahrscheinlich, weil auch die Hss. c e ff 2 jede für
sich den Eindruck der selbständigen Übersetzung machen, sogar auf
eine gewisse Verbreitung jener anzunehmenden griechischen Lesart
schliessen. Das mahnt doch nicht nur zur Vorsicht, sondern verleiht
von vornherein beim Hinblick auf das Alter und die Treue der
gotischen Übersetzung dieser einen besseren Schein der Ursprünglich
keit. Nimmt man dazu die Übereinstimmung der gotischen Lesart
mit dem Text der Parallele, so gibt die Untersuchung der Ab
weichungen zwischen f und dem gotischen Text den Ausschlag in
dem Sinne, dass wir die Textfassung des Codex arg. als die primäre,
die in f als die vom Gotischen abhängige ansehen dürfen. Denn
abgesehen von der Hinzufügung des „Formwortes“ in vor fasiubnja,
ist der einzige Unterschied zwischen gotisch und griechisch der
Plural: bidom, der jedoch neben und für griechischen Singular nicht
auffallen kann (vgl. Stolzenburg, Zeitschr. 37, 173), eher eine feine
Anpassung an den Sinn darstellen dürfte 1 ), wohingegen der Singular
fasiubnja engen Anschluss an die Quelle beweist. Dagegen ist der
doppelte Plural in f auf das verständliche Bestreben nach An
gleichung des einen im gotischen Vorgefundenen Singulars an den
Plural des parallelen Satzteiles zurückzuführen, so dass also f gut
aus dem Cod. arg. abgeleitet werden kann, für das Umgekehrte
dagegen hier schwer ein Anhaltspunkt zu erkennen sein dürfte,
zumal f in Math, wie alle anderen Hss. den Singular zeigt. Die
Frage und Antwort einleitenden Formeln haben für die Entscheidung
keine grosse Bedeutung, da sie als denselben Einflüssen ausgesetzt
gedacht werden müssen wie die zuvor behandelte ganze Gruppe von
Abweichungen. Überdies ist die erste Formel in keiner Parallelstelle
zu belegen, also rein das Werk des Autors, der zuerst oder der, wenn
mehrere angenommen werden müssen, jedesmal selbständig nur mit
voller kritischer Überlegung diese Stelle seinem Texte eingefügt
haben kann. t)och machen auch hier die Hss. c ff 2 mit dixit ei
Petrus den Eindruck selbständiger, jüngerer Ergänzung gegenüber
dem knapperen qap Paitrus = dixit Petrus. Andrerseits dürfte,
wenn das Verhältnis vom Cod. arg. und f richtig beurteilt ist, die
Änderung von einem dem ille gewiss ursprünglich entsprechenden
') Vgl. denselben Plural = griech. Singular XIX, 46. gards bido;
olxo? 7rpoasoj(7js!!

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