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haben also das Recht, mindestens nach einer genaueren Quelle dieser
Lesart zu suchen, grade bei der anerkannten Genauigkeit der An
lehnung des Goten an seine Quelle. Die Abweichungen in c e ff 2 er
scheinen mir aber sogar stark genug, um überhaupt einen direkten
Zusammenhang dieser Lesarten mit der gotischen auszuschliessen.
Das wird noch deutlicher, wenn wir die meiner Ansicht nach richtige,
dem Gotischen zu Grunde liegende griechische Lesart zum Vergleich
heranziehen, die wir in den beiden Parallelstellen Math. XVII, 19—21
und Marc. IX. 28—29 finden und zwar gerade in den byzantinischen
Hss., speziell hei Math. Denn zwingt uns, auf das Ganze gesehen,
schon die Existenz ein und desselben auffallenden Zusatzes in 5 ver
schiedenen Hss. dazu, nach dem eventuell gemeinsamen Ursprung
zu suchen, so kann derselbe doch auch für die lateinischen Hss. nur
in den Parallelstellen gesucht werden. Bedenkt man aber weiter,
dass es nicht unwahrscheinlich ist, dass alle Itala-Hss. letztlich auf
die griechische Lucian-Recension zurückgehen und dass schon die
kleinen Schwankungen innerhalb der drei erwähnten lateinischen
Hss. sich viel einfacher als selbständige Übersetzungen aus dem
Griechischen verstehen lassen, so findet endlich aus dem Text der
Parallelstellen selbst die ganze Frage eine sehr einfache Lösung,
indem dadurch klar wird, dass die gotische Lesart Wort für Wort,
die lateinische von c e ff 2 nur unter Voraussetzung einer weniger
ängstlichen Anlehnung der Übersetzer ans Original, aus dem
griechischen Wortlaut abgeleitet werden kann. Die Parallelstellen
lauten: Marc. IX, 28—29. oxt oöx r i 3ovVjfi-/jjxsv IxßoXstv aöxo
(aöxöv F). xal sTixsv aöxoTs. xoöxo xö yevo» Iv oöSsvi oövaxat ksskhstv
s? [Hj sv "poas'jyTj xal vyjaxsia. Math. XVII, 19 —21: oiaxl oöx
Ixßaketv aöxo. (20) 6 8k Xsysi aöxot? — (21) xoöxo 6k xö
ysvo? oöx Ixixopeösxat si jD] sv wpoasojrfj xal vyjaxsia.
Die Übereinstimmung zwischen dem gotischen und griechischen
Text (besonders in Math.) ist so gross, dass dagegen weder die
Übereinstimmung mit dem lateinischen von c e fi'2 aufkommen, noch
die kleineren Abweichungen an dem Resultat etwas ändern können,
dass wir die dem Gotischen entsprechende Fassung der Parallelstelle
in der griechischen Quelle Wulfilas voraussetzen müssen —, falls sie
nicht aus f übernommen ist!? Diese Frage ist aber eigentlich auch
schon entschieden. Wir müssen, selbst wenn wir nur mit zwei
Überlieferungsfaktoren, einerseits f Cod. arg., andererseits die Hss. cfü e
rechnen dürfen, wegen ihrer verschiedenen selbständigen Fassung,

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