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32. spedista allaize: ocruspov iravrwv: str/ax?) 7tavxa>v Marc. XII, 22.
Im Gotischen stellt Marc. XII, 22 die Nebenform: spedumista. Beides
erklärt sich viel besser aus dem griechischen iayaxir, als aus dem
lateinischen novissima, zumal dort ausser in ff 2 g vg stets antem
hinzugefügt wird und ff 2 wieder Kavxtuv auslässt, während bezgl. g
und vg wohl überhaupt eine Abhängigkeit des gotischen Textes nicht
in Frage kommen kann. (Vgl. den 2. Teil dieser Abhandlung.)
8 21. Lncas IX, 43. Einer Sonderbesprechung bedarf noch
die sehr wichtige Stelle Lncas IX, 43, die charakteristisch für die
ganze Art und Weise ist, wie wir uns den Einfluss der Parallel
stellen wirksam denken müssen. Wir haben es mit einem längeren
Zusatz zu tun, der überhaupt nur in 4 lateinischen Hss. (Itala-Hss.)
eine Entsprechung findet (vgl. Tischendorf). Dass wir trotzdem nicht
nötig haben, wie auch Stolzenburg es noch will, diese Stelle auf
lateinischen Einfluss zurückzuführen, ergiebt sich, glaube ich, aus
den fünf Fassungen selbst. Um das Verhältnis derselben zueinander
zu verdeutlichen, stelle ich den dreifachen Text der gotischen, der
lateinischen Hs. f und der fast identischen drei übrigen Itala-Hss.
ceff 2 nebeneinander:
Gotisch: qap Paitrus. Frauja ditlve weis ni mahtedum us-
dreiban pamma. ip Jesus qap. pata lcuni ni usgaggip nibai in
bidom jah in fastubnja.
f. (Cod. Brixianus): dixit Petrus, doniine quare nos non
potuimus eicere eum. ad ille dixit Jwc genus non exiet nisi in
orationibus et ieiuniis.
ceff 2 : dixit (ei cff 2 j Petrus, domine quare (c: propter quid)
nos non potuimus eicere illum (c: illud). quibus dixit quoniam
huiusmodi (ff 2 : eiusmodi) orationibus (ff 2 : oratione) et ieiuniis
eicietur (e: eicitur; ff 2 : eicitur et ieiunio).
Man sieht sofort, dass keine dieser lateinischen Hss. sich genau
mit der gotischen deckt, wenn auch f ihr sehr nahe kommt. — Ich
ziehe f mit in'die Vergleichung herein, obwohl wir sie nach Kauff-
manns Ausführungen 1 ) eigentlich von vornherein als unter gotischem
Einfluss stehend aus dem Spiel lassen dürften. Doch da ich im
II. Teil dieser Arbeit versuchen werde, Kauffmanns Untersuchungen
für das Lucas-Evangelium fortzuführen, behandle ich gleich f und
ihr Verhältnis zum gotischen Text an dieser Stelle mit. — Wir
*) Zeitschr. f. d. Phil. 32.

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