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§ 20. Vollkommene Paralleleimvirkungen. Das Motiv, das
ähnlichen Veränderungen zu Grunde liegt, ist im letzten Grunde
dasselbe wie bei den vorhergehenden Gruppen, nämlich eine Art von
Kristallisation gewisser sprachlicher Elemente in verschiedenen Formen
bei verschiedenen Schreibern oder Verfassern von Hss. Der Unter
schied besteht nur darin, dass es sich bei der vorletzten Gruppe um
allgemeine, häufig wiederkehrende Redewendungen handelte, hier da
gegen und bei der letzten um einzelne zu einem ganz besonderen
Zusammenhang gehörende. Die beiden letzten unterscheiden sich
wieder dadurch, dass dem Prinzip der Verhärtung, das bei beiden
wirkt, im ersteren Fall doch wieder ein Moment der Beweglichkeit
anhaftet, wodurch eine Mischung entsteht, während in der fol
genden Reihe jedesmal die bestimmte Lesart der Parallelstelle
sich so fest dem Gedächtnis des Urhebers der Änderung eingeprägt
hat, dass sie vollständig und fast unverändert die ursprüngliche
Lesart der ihm vorliegenden Quelle verdrängt 1 ). Manche Hin
weise verdanke ich auch hier wieder dem Werk v. Sodens, der
I, 2, 1422 u. a. sagt: „Der weitaus grösste Teil der Varianten
zwischen den drei Recensionen ist, wie schon alle unsere Beob
achtungen an den Typen und den Einxel-Codd. nicht anders er
warten lassen, durch Paralleleinwirkungen veranlasst. Und zwar
nicht nur Einivirkungen der genauen Parallelen. Sondern auch bloss
verwandte Stellen, ja bloss verwandle Wendungen, Reminiszenzen
im weitesten Sinne des Wortes wirken, am häufigsten gewiss un
beabsichtigt und unbewusst, auf die Gestaltung des Textes unausgesetzt
ein etc.“ Die Mehrzahl dieser Varianten wird schon der Quelle des
Goten zuzuweisen sein. Ich stelle in der folgenden Liste an erster
Stelle die gotische, dann die zugehörige Lesart der verglichenen
byzantinischen Hss., endlich die der Parallelstellen.
I, 3. (jah mis) jah ahmin weihamma: (x’a[xoi) —: xm äyuo
wve6p.axi (xat vjjj.iv) Acta 15, 28 (vgl. zu f § 51)
22. was dumbs: 8t£jj.svsv xw^öc: was baudwjands do. v. 22
33. in ajukduj): sfs xobc aünva?: zh xöv odwva Joh. VI, 51.58
II, 27. bi biuhtja: xaxi xö stöisjxsvov; xctxa xö söoc II, 42; I, 9
III, 7. kuni: yswyuaxo: yevsa IX, 41; Marc. IX, 19
*) Hierzu ist zu vergleichen: Zeitschr. f. d. Phil. 31, 179 u. 189; 37, 391 ff.
Jedoch bedarf die Liste Stolzenburgs, soweit sie sich auf das Lucas-Evang. be
zieht, noch einer Prüfung und Ergänzung.

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