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dürfen, sei wieder ein besonders krasses Beispiel herausgelioben.
Cap. VII, 40 nämlich ist auf solche Weise geradezu eine Entstellung
des Sinnes der ganzen Stelle hervorgerufen worden. Ich glaube,
dass du Paitrau für griechisches irpos abxov hier nur so erklärt
werden kann, dass ein möglicher Weise etwas flüchtiger Schreiber,
indem er durch Einsetzung des Namens an Stelle des unbestimmteren
Pronomens den Zusammenhang verdeutlichen wollte, den vorher und
nachher erwähnten Simon mit dem ihm geläufigeren Namen und
damit der Person des Simon Petrus verwechselte. Ob und welche
bestimmte Stelle, an der dieser Hauptjünger eine besondere Rolle
spielt, der Schreiber dabei im Sinn gehabt hat, ob die Erinnerung
an ein Lektionar, wie v. Soden will, auch hier wirksam gewesen ist,
brauchen wir nicht zu entscheiden. Genug, dass tatsächlich die ur
sprüngliche Textfassung durch Erinnerungselemente verworren ist. 1 )
Steht das aber fest, so ist es bedeutungslos, dass f dieselbe Lesart
bietet, denn wir sind dann berechtigt, diese Veränderung der Indi
vidualität jedes Überlieferungszweiges zuzuschreiben, wobei vorläufig
dahingestellt bleiben kann, ob die Lesart in f aus der gotischen ab
geleitet werden darf. Für lateinischen Einfluss bleibt an dieser Stelle
kein Anhaltspunkt, zumal die einzige Hs., die ausser f noch „ad
Petrum 11 hat, nämlich e, diesen Zusatz wegen des danebenstehenden
verdoppelnden „illi“ als späteren Einschub kennzeichnet. Nach Be
rücksichtigung dieser Erörterungen dürften folgende Abweichungen
im gotischen Text unschwer eine Erklärung finden:
I, 9. hlauts imma urrann; skaysv. leb bin bereit, hier mit
Stolzenburg den gotischen Wortlaut als freie Umschreibung des
griechischen Ausdrucks aufzufassen (vgl. § 27). Dennoch halte ich
es für sicher, dass auf die genaue Wortwahl auch noch eine Er
innerung von bestimmendem Einfluss gewesen ist, die an ähnliche
Lesarten wie Acta I, 26: sirsasv 6 xXrjpo; und Acta I, 17: s'Xaysv töv
•/.Xrjpov. Diese Parallelstellen halten mindestens den Gründen für die
Behauptung lateinischen Einflusses das Gleichgewicht, während das
Fehlen des imma hier wieder die Selbständigkeit des Goten sicher
stellt. (Lat. e q f: sors exivit.)
II, 7. galagida: dvsxXtvcv. Die Wortform dürfte durch die Quelle:
dvsxXtviv, die Wortwahl durch Erinnerung an v. 12: xetp.svov bestimmt sein. *
0 Selbständig scheint aus demselben Grunde der Verfasser der lateinischen
Hs. c den richtigen Namen Simoni eingesetzt zu haben. Da diese ganz allein
mit ihrer Lesart steht, kann sie ebenfalls als Beweis für unsere Annahme gelten.

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