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rechtigt sind, trotz der Menge dieser z. T. regelmässig wiederkehrenden
Abweichungen, uns hei jeder einzelnen derselben nach einer anderen
Hs. oder Hss.-Gruppe umzusehen, um eine genaue Entsprechung
für den gotischen Text zu finden und daraufhin einen quellenmässigen
Zusammenhang zu konstatieren, zeigt ein flüchtiger Blick auf diese
Liste, in der ich jedesmal die Lesart mit einem Stern gekennzeichnet
habe, die nirgends eine solche Entsprechung findet, natürlich soweit
der kritische Apparat Tischendorfs und in der Vulgata-Ausgabe
Wordsworth und White das Material überblicken lassen und so
weit nach den mir bekannten bisherigen Feststellungen über die Be
deutung der einzelnen Formwörter ein einigermassen sicheres Urteil
möglich ist. Danach müsste schon mehr als die Hälfte aller
dieser gotischen Lesarten ohne quellenmässige Unter
lage bleiben. Sicher würde noch eine ganze Reihe einfach ge
strichen werden können, wenn wir ganz genaue Ausgaben jeder
einzelnen der verglichenen byzantinischen Hss. hätten, was durch die
Tatsachen sichergestellt ist, die sich aus den zum Math.-und Johannes-
Evang. herangezogenen Homilien des Chrysostomus und ihren ver
schiedenen Ausgaben ergaben. Und nun erst, wenn wir gar die
Originalquelle hätten! Für den Rest kann man griechische oder
lateinische Entsprechungen nachweisen, doch nur indem man bald
diese, bald jene Hss. oder Hs. heranzieht, wogegen doch auch zu
betonen ist, dass viele derartige Abweichungen eins oder mehrere
analoge Beispiele in der Reihe der alleinstehenden Abweichungen
finden. Viele dieser Fälle dürfen wir ohne weiteres der
Übersetzungstechnik des Goten, d. h. der Eigenart der gotischen
Sprache oder der deutlich erkennbaren bewussten Tendenz zu grä-
cisieren auch gegen seine Quelle, zuschreiben, soweit denn be
stimmte Regeln in dieser Beziehung auf Grund der allein
stehenden gotischen Lesarten feststellbar sind. Jedenfalls kommen
nur so gewonnene Regeln für die ersten Untersuchungen zur Quellen
frage in Betracht. Nachdem aber die Resultate für Matth, und Joh.
gewonnen sind, dienen alle gleichartigen Fälle zur Bestätigung solcher
Regeln, und ich halte mich für berechtigt, die von Stolzenburg
(Zeitschr. f. d. Phil. 37, 145 ff.) herausgestellten Richtlinien zur Er
klärung der Abweichungen im Lucas zu benutzen und gleichzeitig zu
stützen. Das gilt nicht bloss für diese erste, sondern für alle noch zu
behandelnden Gruppen.
Zur Erklärung der übrigbleibenden Fälle genügen zwei allge

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