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ca. 20 Lesarten, in denen nicht D allein dem Gotischen zur Seite
geht, sondern auch andere der 2. Hss.-Gruppe, eine neue Bestätigung
des Satzes, dass die Quelle des Goten einen byzantinischen Mischtext
darstellt, wie wir ihn ausserhalb der gotischen Übersetzung von genau
gleichem Charakter nirgends wiederfinden. Daraus ergiebt sich der
Schluss, dass wir, wie auch einige sicher alte Lesarten in D be
weisen, in der gotischen Übersetzung mit Textformen im einzelnen
rechnen müssen, die durch die Eigenart oder redaktionelle Selbst
ständigkeit ihrer Quelle bezw. durch noch ältere unbekannte byzan=
tinische Überlieferung bedingt sind, und dass wir mindestens
da, wo sich eventuelle Gründe einer Änderung er
kennen lassen, nicht nötig haben, andere als byzan
tinische Texte heranzuziehen. Das ist für alle folgenden Aus
führungen stets im Auge zu behalten.
Cap. II. Die Abweichungen.
Wenn ich zur üntersuchung der vom griechischen Text (der zu
Grunde gelegten Handschriften) abweichenden gotischen Lesarten über
gehe, so ist von vornherein darauf hinzuweisen, dass diese an Zahl wie
vor allem an Bedeutung weit hinter den Übereinstimmungen zurück
stehen. Nur scheinbar deutet die erste Gruppe auf das Gegenteil,
denn grade hier kann ich mich darauf berufen, was schon einleitend
gesagt wurde, dass es sich bei der Liste der Übereinstimmungen nur
um eine Auswahl aus der Gesamtmasse handelt, und grade die der
1. Gruppe von Abweichungen entsprechenden Übereinstimmungen
sind nur in ganz beschränktem ümfang aufgenommen. Hinsichtlich
der Einteilung der Abweichungen sind die Gründe massgebend, die sie
vermutlich oder sicher veranlasst haben, und ich schliesse mich darum
zunächst wieder den von Kauffmann (Zeitschr. f. d. Phil. 31) ein
geführten Gesichtspunkten an. Dazu bitte ich, die eingehenden Aus
führungen v. Südens I, 2, 1360—1438 zu vergleichen, in denen
wohl so gut wie vollzählig die Motive erörtert werden, die überhaupt
im Gesamtbereich der Bibelüberlieferung zu Veränderungen des Textes
geführt haben. Wiederum eine vorzügliche Bestätigung der hier ein
geschlagenen Untersuchungsmethode.
§ 17. Formwörter. Als erste und, wie gesagt, umfangreichste
Gruppe führe ich die der Formwörter an 1 ). Wie wenig wir be- i)
i) Vgl. Zeitschr. f. d. Phil. 31, 179 und 187.

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