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liegenden Einwand gegen diese letztere Behauptung im voraus jede 
Berechtigung zu entziehen, bemerke ich betreffs der Hs. A, die ja 
neben K-I- auch H-Elemente enthält, dass ich die in v. Sodens Werk 
(vgl. 1,2,876ff.) aufgezählten H-Lesarten dieses Codex für Lucas mit 
den entsprechenden gotischen Stellen verglichen habe und kaum eine 
fand, die mit dem Gotischen übereinstimmte, ohne dass auch 
K- hezw. K-I-Hss. in grösserer oder geringerer Zahl dieselbe Fassung 
aufwiesen. In Betracht kommen höchstens folgende drei: 
Luc. IX, 38. txot iorttv: mis ist statt sortv jxot 
XV, 32. ditoXwXojc ohne ry: fralusans ohne was 
XV, 28. 6 Ss statt ouv: ip. 
Ich denke, das ist deutlich genug. Ja, bei IX, 38 steht A auch 
noch D zur Seite, so wie es bei XV, 28 noch fraglich ist, ob nicht 
gotisch ip vollständig sich mit ouv deckt. Andrerseits bietet der Cod. 
argent. da, wo die AT-Recension ebenso liest wie A, mit der Ji-Recension, 
bis hinab zu solchen Kleinigkeiten wie den präpositionalen Bestand 
teilen in Yerbalkompositis, genaue Entsprechungen. Eine erneute 
glänzende Bestätigung dafür, dass die gotische Übersetzung in der 
Hauptsache einen AT-Text vertritt. Wir dürfen auf Grund dieser 
Vergleichung — die Listen v. Sodens enthalten natürlich nur einen 
Teil der A zugehörigen .H-Lesarten — getrost den Schluss ziehen, 
dass der gotische Text zu der Hs. A nur soweit in einem 
AbhängigkeitsVerhältnis steht, als sie (bezw der durch A 
vertretene Texttyp) AT-A-Lesarten enthält, demnach alle Les 
arten, in denen beide Texte sich decken, auch für irgend eine Misch 
form der byzantinischen Recension in Anspruch nehmen. 
Etwas anders steht es zugestandener Massen mit der Hs. D. 
Mit Rücksicht auf eine gewisse Unsicherheit werde ich alle Lesarten, 
die D allein mit dem Gotischen in der folgenden Liste teilt, wo sie 
sich bequem in die später aufzuführenden Abweichungskategorien 
einfügen lassen, noch einmal dort mit anführen, ohne zu entscheiden, 
ob wir sie als alte byzantinische Lesarten in dem Sinne bezeichnen 
dürfen, dass sie in dem bestimmten Gebiet schon der Quelle des 
Goten bekannt waren oder nur in dem Sinne, dass jene Quelle bezw. 
Wulfila selbst diese von der sonstigen Überlieferung abweichenden 
Formen prägte, während D die entsprechende Fassung im letzteren 
Falle auch selbständig gebildet oder aus der lateinischen Bibel über 
nommen haben dürfte, so dass die Übereinstimmung lediglich auf 
Rechnung des Zufalls zu setzen wäre.
	        

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