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hältnisses zur lateinischen Bibel den Satz aufstellen kann: „ln der
Hauptsache erweist er sich als Mischung von I und K I “ ) also grade
der Elemente, die auch in der Quelle des Goten in einer Mischungs
form enthalten sind, wie sie kein anderer Mischtyp aufweist. Nehmen
wir hinzu, dass nach v. Soden sicher mehrfache redaktionelle Über
arbeitungen und zwar nach K an dem Codex oder seinen Vorfahren
unternommen worden sind, wobei die Überarbeiter sehr wohl alte und
gute, sonst verloren gegangene K- oder /-Lesarten hier allein der
Nachwelt bewahrt haben können, so dürfen wir immerhin mit einem
gewissen Grad von Wahrscheinlichkeit manche Lesarten, in denen
der Codex D allein genau zum Gotischen stimmt, bei der nicht genug
zu betonenden Güte der gotischen Überlieferung der Quelle des Goten
zu weisen.
Ich möchte zum Beweise, dass dies Verfahren berechtigt ist,
nur zwei, aber nicht ganz unbedeutende Beispiele aus ein und dem
selben Cap.V des Lucas-Evang. anführen. Da heisst es v.8 im gotischen
Text: qipands. bidja puk usgagg fairra mis. Alle griechischen Hand
schriften ausser D haben nach Tischendorf nur: Upuv. ISsXDs cm
£|aoü; D allein fügt wapa/ctXö) wie im Gotischen ein. Das Fehlen des
dem puk entsprechenden as reicht meiner Ansicht nach hin, um D von der
durch nur 2 Hss. (c und e) vertretenen lateinischen Überlieferung: oro te
zu scheiden, zumal ausser dieser beiden Lateinern gemeinsamen Les
art e noch weiter ad ihesum vor oro einfügt, womit sie auch noch
in Gegensatz zur gotischen Lesart tritt 1 ). Da es nun nach v. Soden
auch da, wo D und die Itala sich decken, an sich offen bleiben muss,
ob nicht zuweilen ein älterer Text hier und dort sich erhalten hat,
besonders dann, wenn die syiische Bibel die Lesart teilt * 2 ), was hier
der Fall ist, so dürfen wir gewiss die Lesart von D als einen guten
Rest alter Überlieferung anseben. Wenn aber das, dann gilt
dasselbe für die gotische Fassung, in der puk sich als selbständige,
ganz natürliche Ergänzung erklärt, wie bei solchen Formwörtern oft
im Gotischen die Selbständigkeit des Übersetzers hervortritt.
Der 2. Fall, den ich erwähnen möchte, findet sich Lucas V, 20,
wo dem gotischen: „qap du pamma uslipin manna“ nur D mit:
J ) f muss, weil vom gotischen Text abhängig, hier als Zeuge ausscheidon,
spricht höchstens mit seinem alleinstehenden rogo te auch noch für die Ursprüng
lichkeit der gotischen Lesart.
2 ) Vgl. v. Soden I, 2, 1334.

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