17
und Gabelentz-Löbes 1 ) einstimmigem Urteil die Textmischung im
Gotischen sich mit keiner der vorhandenen Hss. oder rekonstruierten
Mischtypen deckt.
§ 9. Zusammenfassung. Die letzte Tatsache im Verein mit
allem Vorausgegangenen fordert, dass wir die im übrigen absolut
sichere Basis der Untersuchungen Kauffmanns noch ein wenig er
weitern und trotz Bevorzugung der reinen AT-Hss. auch alle die Les
arten der gotischen Bibel, die in solchen keine, wohl aber in minder
reinen und offenbar K-J-Mischtexten, ja sogar reinen /-Texten eine
Entsprechung finden, der gotischen Quelle zuschreiben ohne Gefahr,
damit aus dem Bereich des im Gebiet von Byzanz geltenden Textes
herauszutreten. Dass wir mit dieser Erweiterung in praxi für die
Erklärung der einzelnen gotischen Lesarten doch nicht viel über
Kaufmann hinaus gewinnen, ist deshalb wahrscheinlich, weil auch er
schon in der von ihm benutzten Hss.-Gruppe AT-/-Mischtexte mit
einbezogen und berücksichtigt hat. Fürs übrige werden, wie ich
hoffe, die weiteren Ausführungen dies deutlich erkennen lassen. Vor
allem aber rechtfertigt sich aus dem vorigen die Gleichsetzung von
gotisch-griechisch in der von uns ausgeübten Praxis überall da, wo
das Gotische nur mit einer der zu Grunde gelegten Hss. zusammengeht.
Ich gestehe willig ein, dass in diesen letzten Sätzen ein ge
wisses Zugeständnis liegt zu der von Wrede aufgestellten For
derung: „Die Editoren des Wulfilanischen Werkes können vielmehr
bis auf weiteres in der Textgestaltung gar nicht konservativ genug
verfahren 1 '. Aber dieses Zugeständnis, das einzige, das ich Wrede
zu machen im Stande bin, findet doch sofort wieder seine Schranke
in dem von Wrede als „alte Meinung" zugestandenen Satze, dass
wir über den Bereich der byzantinischen Bibelrecension nicht hinaus
gehen dürfen. Damit ist jegliche Berücksichtigung der Lesarten der
3. sogen, hesychischen Becension H und ihrer Hss.
für die Bestimmung der gotischen Quelle von vornherein aus
geschlossen. * 2 ) Alle übrigen Bedenken Wredes, soweit sie prinzipieller
Natur sind, denk ich, dürften durch die Untersuchungen v. Sodens,
wie ich sie kurz herauszustellen versucht habe, ihre Widerlegung ge
funden haben. Von „Scheuklappen der ‘problematischen Chrysostomus-
bibelkann keine Rede mehr sein. Warum übrigens Wrede die bei jeder
») Vergl. Ulfilas I, XXX.
2) Vergl. v. Soden I, 2, 1508 ff. und 1492 ff.

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.