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der sonstigen Überlieferung der Zusatz jah is verständlicher ist
als ein Einschub von wast jah.
XX, 37. sah; fraujan guf): xöptov xöv ösov: vidi (in rubo) do
minum deum c ff2 i 1 q (r). DQ: vidit. Hier hat f den Zusatz mit
dem Cod. arg. gemeinsam, während sich in griechischen Hss. nirgends
eine Spur davon findet. Man vergleiche indessen die Anmerkung von
Wordsworth und White hierzu.
Auch XIX, 7 kann das im Gotischen stehende, zu galaip hinzu
gefügte in gard, dem im Griechischen allgemein einfaches sfcd)X9ev
gegenübersteht, als Glosse lateinischen Ursprungs aufgefasst werden,
weil f sich mit dem Griechischen und auch Gotischen ohne in gard
deckt, andrerseits von der Vulgata abweicht. Bernhardt in seiner
Anmerkung betont, dass in gard den Eindruck macht, eine Erklärung
zu der vorhergehenden, ähnlich auch Luc. VIII, 49 belegten Ellipse
du frawaurhtis mans für griechisch -aua dp.apxcuX

Auf jeden Fall zeigt dieser wie auch der Zusatz in IX, 43, dass wir
uns hüten müssen, die Quelle der lateinischen Einflüsse im Cod. arg.
mit irgend einer der bekannten Hss. gar zu schnell zu identifizieren.
Lässt sich bei den bisher genannten Lesarten der lateinische
Ursprung meist mit grosser Bestimmtheit behaupten, so vermag ich
einige weitere Beispiele nur mit Vorbehalt hierher zu setzen, ja bei
einigen bin ich überzeugt, dass sie dem Goten oder seiner Quelle
als selbständige Änderungen zuzuschreiben sind. Sie seien trotzdem
hier genannt.
II, 8. jjairhwakandaus: oqpaoXoövxss: vigilantes it. vg. Das
gotische Wort scheint dem lateinischen genauer zu entsprechen. Doch
verweise ich auf Luc. VI, 12, wonach auch im Gotischen dieses Wort
selbständig gewählt sein kann, da dort in der lateinischen Über
lieferung allgemein pernoctans griechisch: Siavoxxspsocuv = pairhwa-
Icands entspricht (vgl. ausserdem S. 67).
II, 7. in stada Jiamma: sv xu> xaxctXujj.axi. Man könnte versucht
sein, da das gotische pamma in seiner dem Substantiv nachgesetzten
Stellung nicht dem einfachen griechischen Artikel entsprechen kann,
und da ferner die Bedeutung von stada der von xaxaXojxaxt nicht gerecht
wird, stada mit dem in der lateinischen Hs. 1 aus slabu zu rekon
struierenden stabido gleichzusetzen und die Stellung von pamma
dadurch zu erklären, dass stada — stabido als Glosse das ursprüng
lich vorhandene Wort rerdrängte, dabei aber an die falsche Stelle
geriet, f geht hier mit der Vulgata.

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