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C. Die TextHberarbeitung nach (1er lateinischen 
Überlieferung. 
8 51. Die Lesarten. Nachdem für uns die Abhängigkeit des 
Codex Brixianns vom Codex argenteus bezw. von der gotischen Über 
setzung sich als sicher erwiesen und damit die These Kaufl'manns 
sich auch für unser Evang. vollständig bewährt hat, wende ich mich 
zum Schluss den Lesarten des gotischen Lucas-Evangeliums 
zu, die als lateinische Eindringlinge in den der grossen 
Masse nach unversehrt erhaltenen Text anzusehen sind. Wir 
dürfen hoffen, aus ihnen wichtige Anhaltspunkte für die Klärung der 
Frage nach der Entwicklungsgeschichte der gotischen Übersetzung in 
Italien zu bekommen. 1 ) 
Die Überschrift des Lucas-Evang. ist einer Erweiterung nach 
der lateinischen Bibel unterzogen worden. Sie lautet: Aiwaggeljo 
pairh Lulmn anastodeip. Die griechisch-byzantinischen Hss. EUS 
-f- AKMII, die der gotischen Fassung am nächsten kommen, haben 
nur: soeqysXtov xot-a Aouxav. Bis auf anastodeip herrscht demnach 
Übereinstimmung. Nun findet sich in dem Codex Vindobonensis 2 ) 
zufällig grade diese Überschrift des Lucas-Evangeliums erhalten und 
zwar in der Form: Aiwaggeljo pairh Lokan. Das entspricht genau 
der griechischen Lesart, während anastodeip nur in lateinischen Hss. 
eine Parallele (freilich in anderer Stellung) findet. Die Überschrift 
lautet dort in der der gotischen am nächsten stehenden Form: 
incipit euangelium secundum lucan (abefffag 2 qG und die meisten 
Vg.-Hss.). Die lateinischen Hss. schwanken nur zwischen der Schreibung 
Lucam und Lucan. Danach muss es als sicher gelten, dass die Form, 
wie sie im Codex "Vindobonensis erhalten ist, die ursprünglichere 
ist, während anastodeip aus den Lateinern eindrang. Wir haben 
hier einen ganz analogen Fall zu dem der Subscriptio des zweiten 
Corintherbriefs. 3 ) 
I, 3. jah mis jah ahmin weihamma: xdpoi: et mihi et spiritui 
sancto Vg. BGO, b q. Obwohl sich die gotische Lesart aus der 
Parallelstelle Acta XV, 28 zur Genüge ableiten, also möglicherweise 
schon für die Quelle des Goten vöraussetzen lässt, dazu das Fehlen 
1) x c h bitte, meine Liste mit der Stolzenburgs, Zeitschr. f. d. Phil, 37, 389 f., 
zu vergleichen. Sie bedarf meiner Ansicht nach der Ergänzung. 
2 ) Vgl. Beiträge von Paul und Braune 21, 185 ff. 
8 ) Vgl. Zeitschr. f. d. Phil. 35, 435.
	        

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