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mit welcher Hs. man den Codex sonst zusammenstellte, ab, da jene 
mit dem Cod. arg. zusammengeht, f steht also in der lateinischen 
Überlieferung ganz isoliert. Nun aber findet die Lesart von f eine 
völlig genaue Entsprechung in griechischen und zwar, wegen der 
Wortstellung sowie der Hinzufügung von eius, grade in den grie 
chischen Hss., die als Vertreter der Quelle des Wulfila für den Ein 
gang dieses Verses nachgewiesen wurden. Alle diese Indizien 1 ) 
drängen mit Notwendigkeit zu dem Schluss, dass f hier die ur 
sprünglich gotisch-griechische Lesart bewahrt hat, während im 
Gotischen eine spätere Beeinflussung von seiten der Itala vorliegt- 
denn die gotische Lesart findet ihrerseits in der gesamten griechischen 
Überlieferung keine Erklärung, nur in der lateinischen. In diesem 
einen Verse liegt die ganze Entwickelung der gotischen Übersetzung 
beschlossen (vgl. dazu noch Bernh. Anm). Ich mache darauf auL 
merksam, dass wir es in diesem Verse wie auch sonst mit zwei ver 
schiedenen Reihen von lateinischen Lesarten zu tun haben, einer 
die nach der Trennung der beiden Paralleltexte in den gotischen 
eingedrungen sein muss; und einer zweiten Reihe, die vor derselben 
beide Texte gleichmässig verändert hat. 
I, 61. saei haitaidau: qui vocatur: qui vocetur. Die gotische 
Lesart liesse sich, obwohl im Griechischen stets der Indicativ steht 
allenfalls von dort herleiten. Da aber f mit den griechischen Hss 
den Indicativ setzt (allein in der Gemeinschaft mit G), so ist es das 
Wahrscheinlichere, dass f auch diesmal die ursprünglich gotische 
Lesart bewahrt hat. Da stets die griechischen Hss. in erster Linie 
zu berücksichtigen sind, bin ich geneigt, die Lesart von G auch als 
einen Rest gotischen Einflusses zu deuten. Eine gewisse Unsicher 
heit muss in einzelnen Fällen bleiben, besonders auch da, wo, sei es 
im Gotischen, sei es in f, die abweichende Lesart aus Parallelstellen 
oder sonstwie erklärt werden kann. * 2 ) 
II, 22. Jairusalem: hierosolyma: hierusalem (vgl. S. 91 f) 
f steht im Lateinischen ganz allein, während im Griechischen allgemein 
wie in f gelesen wird. Da Jairusalem die spez. im Luc.-Evang. be 
vorzugte Form ist, ist als sicher anzunehmen, dass im Gotischen eine 
1) Als wichtigstes kommt noch hinzu, dass am Schlüsse des Verses die f 
und dem Cod. arg. gemeinsame Doppellesart eklatant die Abhängigkeit einer 
der beiden Hss. von der andern dartut. 
2 ) Dazu: Kuhns Zeitschr. f. vergleichende Sprachforschung 41, 173 f.
	        

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