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erfolgt, sodass innerhalb einer Familie von Codd. einige, nicht selten
sämtliche Vertreter in verschiedenem Masse und an den ver
schiedensten Stellen Übermalungen der Familienzüge nach dein
Normalbild K aufweisen“. Ja diese Einwirkung von K, die schon
mit dem 4. Jahrhundert beginnt, auf Vertreter anderer Textformen
„hat in deren weitaus meisten Zeugen in immer steigendem Masse
alle anderen Typen bis zur Unkenntlichkeit verwischt. Nachkommen
solcher durchkorrigierten Exemplare sind dann der Tendenz und
der hauptsächlichen Wirklichkeit nach Repräsentanten von K . . .
Was aber so an einzelnen Codd. geschah, das ist wohl auch einmal
an massgebender Stelle für eine ganze Provinz oder Hss.-Fabrilc ge
schehen“. Diese Sätze (vergl. v. Soden 1, 2, 708 fif.) sind wichtig
für die ganze weitere Untersuchung.
Zur Rekonstruktion von K können natürlich nur solche Texte
herangezogen werden, die so sehr nach K überarbeitet sind, dass sie
fast als reine K-Texte betrachtet werden können. Ein solcher d. h.
eine sogenannte K-Spielart ist der unter der Bezeichnung K l ein
geführte Typ, vertreten durch die sämtlich bei Tischendorf aus
gezogenen 4 Majuskel-Codd.: E (55), F (86), G (87), H (88).
v. Soden nennt diesen im Verein mit dem ebenfalls hierher gehörigen
Typ K a , der vertreten ist durch folgende bei Tischendorf heran
gezogenen Fnc-Codd.: K (71), 11 (73), A (o 4 ), „unfruchtbare
Seitentriebe, die nichts Wesentliches zur Textgeschichte beizutragen
vermögen . . . , die in der Hauptsache K bieten, aber durch letzte
leise Einivirkungen früherer, von K fast völlig aufgesogener eigen
artiger Elemente sich von den grossen genuinen K- Redaktionen
unterscheiden. Sie sind fast Kgeworden“. (Vergl. v. Soden, I, 2, 721 f.)
§ 3. Der Codex Alexandrinus. Im Vorübergehen möchte
ich hier noch kurz erwähnen, was v. Soden als Resultat seiner
Untersuchung über den berühmten, viel umstrittenen „Codex
Alexandrinus“ A (04) bemerkt (vergl. S. 876 lf.). Dieser Codex
ist danach zwar „der älteste Zeuge für das Vorhandensein und An
sehen des K a -Textes“, aber absolut kein reinerZeuge, sondern im
Gegenteil ein Mischtext, an dessen Gestaltung ausser K a auch die
H- und A'-Recension sicher, vermutlich auch sogar der J-Text ge
meinsam Anteil haben. Der Löwenanteil der Sonderlesarten in A
gegen K a fällt, soweit sich der Ursprung bestimmen lässt, der Re-
cension H zu. v. Soden ist sogar überzeugt, dass den Grundstock
von S 4 ursprünglich ein H-Text bildete. Auch hier wird also

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