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auf, die besonders häufig mit dem Codex Brixianus übereinstimmt,
einmal da, wo f mit der Vulgata geht, sodann auch, was bemerkens
wert ist, wo f vom gotischen wie vom Text der Vulgata und den
Vg-Hss. DELQRJ abweicht. Es ist die Vg.-Hs. G, der Codex
Sangermanensis nach der Bezeichnung bei Wordsworth und White.
Bei Tischendorf wird er unter der Bezeichnung g 1 zu den Altlateinern
gerechnet. Dieser Unterschied der Bezeichnung ist bedeutsam.
Mehrfach und zwar an sehr wichtigen Stellen steht diese Hs. G
ganz allein an der Seite von f. Ich habe dies in den Listen der
Lesarten, wo f vom Cod. arg. und der Vulgata abweicht, durch die
Gleichung f=G angedeutet. Nun ist zu beachten, was Wordsworth
und White über G ausführen: Der Codex stammt aus dem 9. Jahr
hundert aus Südgallien, ist also viel jünger als der Codex Brixianus.
S. XII der Praefatio zur Vulgata-Ausgabe der genannten Ge
lehrten heisst es: „ln Maltheo uersionem veterem exhibet . . . in reli-
quis Evangeliis esi Vulgatae uersionis quamvis lectionibus ueteribus
saepissime tnrbalus“. S. 707. wird dann derselbe Codex gemeinsam
mit dem Codex IE der Klasse von Vulgata-Handschriften zugerechnet,
die ihren Hauptvertreter im Codex Bigotianus B hat und von
dem es heisst: „eum inter Hibernos Codices esse numerandum, sed
Hibernos qui in Gallia non in Hibernia transcripli essent“ und:
„Ex qua causa orta est textus fatnilia quae neque mere Hibemica
neque omnino Gallica esset, sed quasi mixta ex duabus, et, cum,
fundamentum Hibernicmn haberet, ex Gallicis texlibus correctiones
proferret“.
Endlich S. 717: „Alius codex est (nämlich G), qui partim cum
hac familia Hiberno- Gallica numerari polest, quamvis multa sibi
propria possidcat . . . lectionibus autem veteribus inmixtis tanlum
infectus est, ut aliquando paene inter veteres recensendus sit. Hae
tarnen facile segregandae sunt, et hoc facto apparet textus maxima
ex parte Hiberno-Gallicus, qui tarnen multis in locis optimas lec-
tiones Hierongmianas exhibeat, quae vix alibi conservatae sint“.
Es wird noch besonders hingewiesen auf die: „conflationem miram
Lc. XXIII, 15, quae cum Kenanensi (Q) paene ad verbum con-
corclat“.
Aus diesen Sätzen geht klar hervor, dass wir die Hs. G eben
falls als Vertreter der Vulgata-Recension ansehen dürfen,
die durch die G nahe stehende Hs. Q im Verein mit den
Hss. DELRJ vertreten wird, vielleicht besonders im Lucas-Evan-

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