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Textes — kleinere Unsicherheiten werden nach seinem eigenen Zu
geständnis nie zu vermeiden sein — diesen Text oder diese Texte einer
Vergleichung zu Grunde legen. Hier erhebt sich indessen eine
Schwierigkeit, die daraus entspringt, dass wir den Textband v. Sodens
noch nicht besitzen. An wirklichem Textmaterial stehen uns von
dieser Seite her nur eine Anzahl von Listen zur Verfügung, die vor
allem die Sondervarianten einzelner Hss. bezw. der verschiedenen
Typen gegenüber der ihnen jedesmal mit andern Hss. oder Typen
gemeinsamen Textunterlage enthalten. Es wird sich zeigen, dass,
obwohl sie nicht einmal vollständig sind, diese nicht ohne Wert für
die Beurteilung des Quellenverhältnisses, speziell aber der einzelnen
gotischen Lesarten sind. Doch für die Entscheidung der Hauptfrage,
ob der Gote einen Ä-Text als Quelle benutzt habe, reichen sie
nicht aus.
Die nächste Möglichkeit wäre, die einzelnen -KT-Hss. selbst der
Vergleichung zu Grunde zu legen, indem wir jedesmal die von
mehreren Zeugen vertretene Lesart als wahrscheinlich K zugehörig
ansähen. Auch dies lässt sich nicht durchführen, da wir dazu auf
das bis jetzt wohl zuverlässigste und ausführlichste Werk, den kri
tischen Apparat in Tischendorfs „Novum Testamentum
Graece“ (Octava) angewiesen sind, dieser aber vollständig von den
griechischen Hss. nur Uncial-Codices ausgezogen hat und von den
für K nach v. Soden in Betracht kommenden 4 derartigen Codd.:
Q (61), V (75), (1027) als Vertretern von K 1 , - (95) als solchem
von K x (und für K r keiner) nur V (75) x ). Dass wir uns aber auf
eine einzige Hs. allein nicht verlassen dürfen, ist von vornherein klar.
§ 2. Die K-I-Mischtexte. Aus dieser Verlegenheit hilft uns
das Werk v. Sodens selbst heraus. Wenn auch mit den 3 Typen
K 1 K x K r die Zahl der annähernd reinen ÜT-Texte erschöpft ist,
so doch nicht die der K-Zeugen überhaupt, v. Soden selbst sieht sich
genötigt, für seine Rekonstruktion von K noch weiteres Material
heranzuziehen * 2 ) auf Grund seiner allgemeinen Beobachtung, dass der
K-Text „ohne Aufhören als Korrektiv gedient hat für die von ihm
abweichenden Texte“, und „Noch häufiger sind solche Eintragungen
der K-Lesarten in den verlorenen Vorlagen der uns erhaltenen Codd.
!) Die in Klammern gesetzte Zahl stellt die von Tischendorf abweichende
Bezeichnung der Codd. dar. Über die genannten Hss. selbst vergl. v. Soden
I, 1, 718 ff., 735 ff. und 758 ff.
2 ) Vergl. v. S. I, 2, 721.

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