Full text: Das Aussterben altenglischer Adjektive und ihr Ersatz im Verlaufe der englischen Sprachgeschichte

(ge)hwtede mußte ebenfalls dem üblicheren »small« oder »little« 
weichen. 
(ge)leere (0. E. L.), nur 3 Mal belegt, führt zu einer Form 
ne. leer, die ca. 1570 durch »empty« <C ae. iemctlig verdrängt 
wird, dialektisch lebt leer fort, aber auch nur in anderen Be 
deutungen. 
miete = »insignificant, small« fiel lautlich zusammen mit dem 
vb. mffitan = to paint (cfr. Of. S. 28) und mietan=to dream 
(cfr. Of. S. 28); vielleicht ist durch die lautliche Übereinstimmung 
der Sinn des Adj. miete verdunkelt, — mit dem die beiden 
Worte sonst nichts zu tun haben, — und so dem Synonym »small« 
mit zum Siege verholten worden ; ferner kann hier die lautliche 
Annäherung an das Adj. miete > ne. meet ‘passend’ mitgewirkt 
haben. 
mearu ist nur im frühme. noch belegt, das gleichbedeutende 
frz. »lender« (< frz. tendre) erwies sich als lebensfähiger. 
Bis um die Wende des 17. Jahrhunderts haben orped und 
»active« um die Vorherrschaft gekämpft; schließlich wurde letz 
terem der Sieg zu Teil. 
Einfacheres Spiel hatte ae. ruh > ne. »rough«, das sehr früh 
seinen Rivalen ästig bezwang. 
repe unterlag in der me. Periode dem stärkeren me. fers 
> ne. »fierce«, das gleichzeitig hreow verdrängte. 
Für das seltene gerepre trat das übliche rädig g> ne. »ready« 
ein. 
röp fand einen siegreichen Gegner in »liberal«, scielfor in 
geolo > ne. »yellow«, trum in »firm«. 
§ 5- 
Adjektive mit größerer Scliallfiille. 
(cfr. He. § 11, Of. § 8). 
»Hier sollen solche Adjektive besprochen werden, die durch 
Wirkung der Lautgesetze ihr etymologisches Gepräge verloren, 
zu kurz und undeutlich geworden sind Der winzige Lautgehalt 
reicht oft nicht aus, dem Begriff den ihm zukommenden Nach 
druck in der Rede zu geben« (He. S. 27). Auch Worte von 
mäßig großem Ümfang gehören hierher, sofern es wünschenswert 
erschien, ihren Inhalt durch eine kräftigere Form zu verdeutlichen.
	        

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