I. Kapitel.
Direkte Ursachen des Aussterbens von Adjektiven:
A) Unbewußt wirkende Ursachen:
§ 3-
Lautlicher Zusammenfall schlechthin.
(cfr. He. §. 12, Of. § 6).
Hemke n äußert sich überden »lautlichen Zusammenfall«
sehr vorsichtig und kurz und schließt mit den Worten: »Die
Bedingungen, die dem im Kampf ums Dasein überlebenden Ho
monym zu statten kommen, sind mannigfaltiger Natur und nicht
immer klar darzulegen« (He. S. 29). Offe verweist
einfach auf Hemken und geht selbst nicht näher auf die Sache
ein. In einer Anmerkung deutet er auf einen Aufsatz in Paul
und Braunes Beiträgen Bd. 23, S. 228 ff. hin, in dem
L i e b i c h die Frage genauer untersucht. Dieser gelangt dabei
zu folgender Erklärung: »Es treffen von zwei verschiedenen Seiten
kommend gewissermaßen zwei Parteien auf einem Punkt zusammen,
und es beginnt ein Kampf, der wie überall mit der Verdrängung
des schwächeren Teils endet .... So oft wir ein Wort schein
bar ohne Grund absterben sehen, können wir ein anderes
gleichlautendes nachweisen, das ihm überlegene Konkurrenz zu
machen scheint ...... Den Grund werden wir in einer mehr
oder weniger unbewußten Auslese von seiten des Sprechenden zu
suchen haben. Dieser wünscht in erster Linie verstanden zu werden,
und wenn er die Wahl hat zwischen zwei Ausdrücken, so wird
er den bevorzugen, der bei dem anderen den gewünschten Begriff
hervorruft und keine Gegenfrage zur Folge hat«.
L i e b i c h s Ausführungen sind wohl einleuchtend, bedürfen
aber einer Einschränkung. Indem er sagt: »Wenn wir ein Wort

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