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mit hineingezogen erscheint. Im entscheidenden Falle ist
unter allen Umständen der künstlerischen Praxis eines großen
Dichters mehr Gewicht beizulegen, als einer abstrakten
Theorie. Ich bin nicht der Ansicht, daß wir auf Grund
der Zeugnisse, die uns über die Art dichterischen Schaffens
vorliegen, berechtigt sind, eine Bewußtheit künstlerischen
Gestaltens bis ins kleinste anzunehmen, ich kann nicht
glauben, daß der Dichter bei der Wiedergabe eines jeden
sinnlichen Zuges sich zuvor die Frage vorlegt, ob dieser
auch ein Seelisches zum Ausdruck bringe, sondern ich
glaube dies allein abhängig von dem Stilgefühl und der
Kraft der Gegenständlichkeit, mit der das Sinnliche auf die
Phantasie des Dichters wirkt. Daraus folgt, daß auch das
Körperliche, sofern es nicht nur unmittelbar der Spiegelung
seelischer Qualitäten dient, in seinem rein sinnlichen Charak
ter des Reizes genug bieten kann, um als wesentlicher Faktor
des Gesamtbildes, unter der Voraussetzung künstlerischen
Feingefühls auf Seiten des Dichters, seine Existenzbe
rechtigung in der Poesie zu haben. So weiß auch Stör ms
feines ästhetisches Gewissen in diesem Punkte nichts von
theoretischer Beschränkung, ohne daß seine Schilderungen
den Eindruck des Leblosen hervorriefen. Damit soll natürlich
nicht geleugnet werden, daß es bei Storm eine große An
zahl von Darstellungen sinnlicher Einzelheiten gibt, die eine
seelische Eigenschaft spiegeln, oder zu ihr Beziehung haben
und dadurch erhöhte Lebendigkeit gewinnen.
Was des weiteren das Moment der „Erleichterung“
der Darstellung angeht, so halte ich das für einen dem
Wesen künstlerischer Darstellung nicht entsprechenden Ge
sichtspunkt und glaube ihn im besonderen Storm gegen
über mit eine Hinweis auf die frohe und mühelose Meister
schaft der Darstellung des Sinnlichen abtun zu können.
Eine anschauungskräftige Phantasie hat in der Dichtung
Storms mit der Fülle sinnlicher Einzelheiten ihr freudiges
Spiel und willig folgt ihr eine meisterliche Sprachkunst.

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