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noch unverstellt aus der weißen Haube mit dem lila Seidenband;
nur ihre Gestalt war jezt zusammengesunken. (S. 147).
429. Als ich zum letzten Mal in ihre Stube trat, erschrak ich bei ihrem
Anblick; denn ihr Gesicht war ganz entstellt. (S. 148.)
ebd.: Mutter Wies:
430. Mutter Wies, die vom Lande war, trug ihr graues Haar unter ein
Käppchen zurückgestrichen, wie man es früher bei unseren Bäuerinnen
sah; ihre fleißigen Hände waren, wovon an unserer Küste das Alter
selten verschont bleibt, mit Gichtknochen besetzt und zitterten,
wenn sie die Tasse an den Mund führte; (S. 142).
„Zwei Kuchenesser d. alt. Z.“:
431. und es war nun das letzte Zeichen, das ihn, wenn er in voller
Toilette vor dem Spiegel stand, noch an die verstorbene Tante er
innerte, die ich in meiner frühesten Kindheit mit gelben falschen
Locken und kupferigen Wangen auf dem Sopha hatte sitzen sehen,
von der aber die Großmutter sagte, daß sie einst eine große Schön
heit gewesen sei. (S. 185.)
B. Die Darstellung der männlichen Gestalten.
Einen weit geringeren Raum nehmen in der Dichtung
Storms die Darstellungen männlicher Gestaltenbilder ein; in
ihnen findet eben seine vor allem dem Ewigweiblichen
holde Phantasie und von ihr beschwingte Darstellungskunst
kein so dankbares Objekt.
Liebendes Verweilen des Dichters genießen nur die
charakteristischen Alterstypen, zumal wenn er ihnen einen
Stich ins Komische giebt. Da begegnen uns merkwürdige
alte Herren, seltsame Käuze, wie sie die enge Kultur der
Kleinstadt hervorbrachte. Ihnen setzt der Dichter eine
unsichtbare Schellenkappe auf und alle Lichter seines so
milden versöhnenden Humors umspielen diese komischen
Erscheinungen. [Vgl. besonders: Zertr. Cap. „Der Amts-
chirurgus“; „Zwei Kuchenesser der alten Zeit“. 535—4L]
I.
Das männliche Alter wird dargestellt:
„M. u. i. U.*: Marthes Vater:
432. Ihr Vater saß wieder in dem braungeschnitzten Lehnstuhl; er trug
das feine Sammetkäppchen und den schwarzen Sonntagsrock; auch
blickten seine ernsten Augen heute so freundlich; (S. 7).
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