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204. das Mädchen . . die noch immer wie versteinert in die leere Nacht
hinausstarrte . . . Das Mädchen wandte den Kopf, als habe sie
nichts davon verstanden; aber trotz des verhüllenden Gewandes sah
ich, daß ein Schauder über ihre Glieder lief, während sie schweigend
zur Tür hinausging. Durch das Fenster sah ich sie den Hof hinab
schreiten ; sie hatte den Kopf im Nacken, als sei er ihr herumgedreht,
der Scheune zugewendet, worin der Tote lag. Plötzlich, als sie den
Weg erreicht hatte, begann sie zu laufen, mit aufgehobenen Armen,
als sei was hinter ihr, dem sie entrinnen müßte. Bald aber ver
schwand sie in den weißen Nebeln, die vom Moor herauf den Weg
überschwemmt hatten. (S. 117.)
ebd.: Hinrich Fehses Frau:
205. Sie mußte fast um zehn Jahr älter sein als der ihr bestimmte
Bräutigam; das Gesicht war wohlgeformt, aber reizlos, wie es bei
denen zu sein pflegt, die schon mit ihrer Kinderseele um den Er
werb gerechnet haben; das fahlblonde Haar zeigte deutlich, daß es
ungeschützt allem Wetter und Sonnenbrand ausgesetzt wurde. (S. 89.)
„Beim Vetter Christian“: Julie:
206. Und so setzte denn, . . ., ein braunes rosiges Mädchen zum ersten
Mal den Fuß über die Schwelle seines Hauses; und der Vetter
konnte nicht begreifen, weshalb auch drinnen die alten Wände plötz
lich zu leuchten begannen. Erst später meinte er bei sich selber,
es sei der Strahl von Güte, der aus diesen jungen Augen gehe.
(UI, S. 295.)
207. Julie war keine schlanke Idealgestalt; sie war lieblich und rundlich,
flink und behaglich, ein geborenes Hausmütterchen, unter deren
Hand sich die Dinge geräuschlos, wie von selber ordneten. Dabei,
wenn ihr so recht etwas gelungen war, konnte sie sich oft einer
jugendlichen Unbeholfenheit nicht erwehren; fast als habe sie für
ihre Geschicklichkeit um Entschuldigung zu bitten. Ja, als einmal
der Vetter ein lautes Wort des Lobes nicht zurückhalten konnte, sah
er zu seinem Schrecken das Mädchen plötzlich wie mit Blut über
gossen vor sich stehen, und ganz deutlich glaubte er: „O, bitte,
wenn Sie nichts dagegen haben!“ die buchstäblichen Worte aus
ihrem Münde zu vernehmen. In Wirklichkeit freilich hatte er sie
nicht gehört; es war nur eine Konjektur, die er aus den braunen
Augen herausgelesen hatte. (S. 295/6.)
208. und als er sie im Fortgehen anblickte, sah er noch, wie sie über
und über rot wurde und wie es ganz deutlich: „O, bitte, wenn Sie
nichts dagegen haben!“ in ihren jungen braunen Augen stand.
Wie aber diese Augen glänzten, . . ., das sah der Vetter nicht
mehr; . . . Nur Caroline musterte bedenklich die Augen ihrer
jungen Vorgesetzten; und sie wollten ihr um desto schlechter ge-

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