Full text: Die Technik der Gestaltendarstellung in den Novellen Theodor Storms

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ebd.: Die Tänzerinnen: 
141. Es waren anmutige Gesichter unter diesen Mädchen; jugendliche 
Gestalten mit großen leidenschaftlichen Augen, die durch den Aus 
druck sorglosen Lebensgenusses oder einen vorüberwandelnden Zug 
von Leide nicht weniger anziehend wurden. Trotz ihrer Armut waren 
sie alle sauber gekleidet, in hellen durchsichtigen Stoffen, eine Blume 
oder einen frischen Kranz in dem sorgfältig geflochtenen Haar. (S. 147). 
142. immer wilder sah ich die kleinen leichtfertigen Füß’chen über die 
dunkeln Flecke des Fußbodens gleiten. (6. 148.) 
143. und während ihre Tänzer lachend über sie hinwegsprangen, standen 
sie mit heißen Gesichtern auf und strichen sich das Haar aus der 
Stirn oder suchten den Staub von ihrem mühsam erarbeiteten Ball 
staat abzuschlagen. (S. 148/9.) 
„Unter dem Tannenbaum“: Ellen: 
144. Er sah nicht die schlanke Frauengestalt, die hinter ihm mit leisen 
Schritten durch die Tür getreten war; er bemerkte es erst, als sie 
den Arm um seine Schulter legte. — Auch ihr Antlitz war nicht mehr 
jung; aber in ihren Augen war noch jener Ausdruck von Mädchen 
haftigkeit, den man bei Frauen, die sich geliebt wissen, auch noch 
nach der ersten Jugend findet ?“ fragte sie und in ihrer 
Stimme, nur etwas mehr gemildert, war dieselbe Klangfarbe wie in 
der ihres Mannes. (I, S. 174.) 
145. Der Mond war aufgegangen und beleuchtete ein paar Silberfäden in 
dem braunen seidigen Haar, das sie schlicht gescheitelt trug, schmucklos 
in einer Flechte um den Schildpattkamm gelegt. 
Er strich mit der Hand über dies noch immer selten schöne Haar. (S. 180.) 
146. Sie stand mit dem Rücken gegen den brennenden Baum, die Hand 
auf die Tischplatte gestützt; sie stand schon lange so; ich sehe sie 
noch; (S. 181). 
147. und Ellen hatte sich am Herd auf einen Stuhl gesetzt, mit ge 
schlossenen Augen, die Hände gefaltet vor sich in den Schoß ge 
streckt. (S. 186.) 
„Von Jenseit des Meeres“: Jenni: 
148 Ich habe lebendige Bilder dazu; auf dem einen ist eine Räuber 
braut; sie hat ein schönes blasses Gesicht und rabenschwarzes Haar. 
Den Kopf hat sie gesenkt und blickt auf ihren Goldfinger; denn dort 
hat der Ring gesessen, den sie einst dem treulosen Räuber geschenkt 
hat“. (I, S. 250.) 
149. Und auf der Türschwelle mir gegenüber stand im weißen Sommer 
kleide eine Mädchengestalt, die mich nicht erkennen konnte. Das 
waren noch die fremdartigen Augen der westindischen Pflanzertochter; 
aber das schwarze, einst so widerspenstige Haar lag jetzt in einen 
glänzenden Knoten gefesselt, der fast zu schwer schien für den zarten 
Nacken. (S. 252.)
	        

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