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„Lore“, sagte ich, „was habe ich dir getan?“] Aber sie stieß mich
mit der kleinen geballten Faust vor die Brust. „Geh doch zu deinen
feinen Damen! Ich will nichts mit euch zu tun haben, mit dir nicht,
mit keinem von euch!“ (S. 106.)
112. „Nur zu!“ sagte Lore, indem sie ihr Pelzkäppchen zurückschob, daß
ihr schwarzes Haar sichtbar wurde. (S. 107.)
113. Aber es kam noch eine Reiterin, eine feinere Gestalt; sie saß seit
wärts, ein wenig lässig, auf ihrem hölzernen Gaule. Und jetzt,
während sie langsam nähergetragen wurde, wandte sie den Kopf und
blickte lächelnd in die Runde. — Es war Lore; fast wie ein Schreck
schlug es mir durch die Glieder. Auch sie hatte mich erkannt; aber
nur eine Sekunde lang hafteten ihre Augen wie betroffen in den
meinen; dann bückte sie sich zur Seite und machte sich an ihrem
Kleide zu schaffen. Das schwere eiserne Florett, das sie in der
kleinen Faust hielt, schien nicht umsonst von ihr geführt zu sein;
(S. 116.)
114. Lore sah nach mir zurück, sie hatte ihr Florett in den Sattelknopf
gestoßen und saß wie in sich versunken, die Hände vor sich auf
dem Schoß gefaltet. Das rote Tüchelchen an ihrem Halse wehte in
der Luft, und in immer rascheren Kreisen wurde die leichte Gestalt
an mir vorübergetragen; kaum fühlte ich den Blitz ihres Auges in
den meinen, so war sie schon fort, und nur der Schimmer ihres
hellen Kleides tauchte in der trüben Lampenbeleuchtung noch ein
paar Mal flüchtig aus dem immer tiefer fallenden Schatten auf. (S. 117.)
115. Sie wandte sich um und blieb ruhig vor mir stehen. Ich hörte, wie
sie mit den Händen über ihr Haar strich, wie sie ihr Tüchelchen
fester um den Hals knüpfte; (S. 120).
116. Noch eine Weile stand sie schweigend vor mir; dann schlug sie die
Augen auf und sah mich an.
117. Neben dem einen, . . ., stand . . ., eine auffallend schöne Mädchen
gestalt. Sie hatte schon den Fuß auf den Rand des Bootes gesetzt
und schien im Begriff hineinzusteigen; aber sie zögerte plötzlich, da
sie den Kopf nach uns zurückwandte. Zwei schwarze fremdartige
Augen, wie ich sie lange nicht, aber wie ich sie einst gesehen,
trafen in die meinen; ich wußte jetzt, daß es Lenore Beauregard sei.
Sie war größer geworden, und unter den braunen Wangen schimmerte
das Rot der vollsten Jungfräulichkeit; aber noch immer war ihr in
der Haltung jene graziöse Lässigkeit eigen, die mir unbewußt schon
einst mein Knabenherz entführt hatte . . . Denn jene dunkeln
Augen schienen mich bittend anzublicken aber noch immer
stand die schlanke Mädchengestalt unbeweglich, wie im Traume, die
Augen nach mir hingewandt. (S. 126.)
118. Sie hatte den Kopf auf die Brust sinken lassen und stieg eben
langsam über den Bord in das Innere des Bootes, das im Gold der
Abendsonne auf dem regungslosen Wasser lag. (S. 127.)

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