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77. Sie stand ihm lächelnd gegenüber und sah ihn groß mit ihren blauen
Augen an, während sie wie träumend mit der Hand ihr glänzend
schwarzes Haar zurückstrich. (S. 169.)
.Veronika“: Veronika:
78. Neben einem jungen Manne mit frischem, intelligentem Antlitz ging
eine schöne, noch sehr jugendliche Frau. Er sprach zu ihr; aber sie
schien es nicht zu hören; aus ihren dunkeln Augen blickte sie
schweigend vor sich hin, als wisse sie nicht, daß Jemand an ihrer
Seite gehe. (II, S. 315.)
79. Ihre Hand, mit der sie eben das schwarze Haar unter den weißen
Seidenhut zurückgestrichen, glitt über die Brust hinab, und indem sie
das Zeichen des Kreuzes machte, begann sie leise das Angelus zu
sprechen. (S. 316.)
80. Nur einmal, als kurz zuvor der junge Architekt ihr Haus verlassen
hatte, überraschte ihn der träumerische Ausdruck ihrer Augen. „Vroni,“
sagte er, indem er die Vorübergehende an der Hand zurückhielt, „es
ist doch wahr, was deine Schwestern sagen.“ — „Was denn, Franz?“
„Freilich,“ sagte er, „jetzt seh ich’s selbst, daß du gefirmte Augen
hast.“ (S. 317.)
81. Sie legte den Kopf zurück und schloß die Augen; nur ihr Mund
lächelte und gab von ihrem Leben Kunde. So stand sie wie in Scham
gebannt, das Antlitz hülflos ihm entgegenhaltend, die Hände wie
vergessen in den seinen. (S. 319-)
82. Seine Augen hingen an der vom Mond beleuchteten Frauenhand, die
noch vor kurzem so willenlos in der seinen gelegen und die er nun
zur guten Nacht noch einmal, wenn auch auf einen Augenblick nur,
zu umfassen hoffte. — Aber es wurde anders; denn, als sie in die
Nähe der Stadt kamen, sah er die kleinen Hände, eine nach der
andern, in ein Paar dunkler Handschuhe gleiten, die, wie er wohl
wußte, Veronika sonst nur der vollständigen Toilette wegen bei sich
zu tragen pflegte. (S. 321/22.)
83. Veronika saß in ihrem Schlafgemach halb angekleidet an einem
Toilettentischchen. Vor ihr lag aufgeschlagen ein kleines Testament
in Goldschnitt, wie es die katholische Kirche ihren Angehörigen ge
stattet. Sie schien sich über dem Lesen vergessen zu haben; denn
ihr langes, schwarzes Haar hing aufgelöst über das weiße Nachtkleid
herab, während ihre Hand mit dem Schildplattkamme müßig in ihrem
Schoße lag. (S. 323.)
84. Veronika sprach die vertrauten Worte leise mit. Sie hatte den Stuhl
zurückgeschoben; mit herabhängenden Armen stand sie in der Tiefe
des Zimmers, die Augen unablässig nach dem Fenster gerichtet. (S. 323.)
85. Veronika stand noch immer unbeweglich; ihre Kniee bebten, unter
den scharfgezogenen schwarzen Brauen lagen die Augen wie erloschen

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