1]
Sie im ganzen nachsichtig genug; es ist (vor Weihnachten
1850) mit Einem Wort nicht recht aus dem vollen geschrieben;
und dadurch, daß mir die Regine unter der Hand so etwas
allegorisch, zu einem Art Genius der Heimat geworden, hat
die ganze Konzeption etwas Zwitterhaftes bekommen, dem
schwerlich abzuhelfen. Für das Einzelne hoffe ich eines Tags
Ihren Rat befolgen zu können; nur was das Ende anbelangt,
so ist es gerade der Teil, der mich selbst einzig und völlig
zufrieden stellt, und der, wo ich es vorgelesen, auch stets
die volle Wirkung, die ich damit habe erzielen wollen, her
vorgebracht hat“ (Mörike-Storm-Briefwechsel S. 28)*). So
hat denn Storm in der späteren Fassung am Schlüsse der
Skizze nichts geändert, aber Regine mit wärmerer Fülle des
Lebens ausgestattet und ihr den kalten Schein des Allego
rischen abgestreift. Es ist daher ein Irrtum, wenn Schütze
erklärt: „Aber es war nicht Storms Absicht, mehr individuelle
Charakteristik hineinzubringen.“ Die ganze Gartenszene 2 ),
die sich, nachdem Gabriel den Alten verlassen hat, um von
Regine Abschied zu nehmen, nun zwischen beiden abspielt,
ist völlig neu und erfüllt ihren künstlerischen Zweck gewiß
besser als eine Befolgung des Vorschlags, den Mörike ge
macht, nämlich Regine „ein kleines Abenteuer oder Märchen“
(Briefw. S. 19) erzählen zu lassen. Ihr äußeres Bild hat Storm
um einige poetische Züge bereichert 8 ). Auch sonst sind in
den Naturszenen einige kleine feine Änderungen vorge
nommen.
Bei der chronologischen Fixierung der Novelle „Unter
dem Tannenbaum“ ist Schütze ein Irrtum unterlaufen,
wenn er diese in das Jahr 1864 setzt 4 ). Sie erscheint zum
ersten Mal in der „Leipz. Illustr. Zeitg.“ vom 20. Dezember
1862 (Nr. 1016), rangiert zeitlich also vor der Novelle
„Abseits“ 5 ), die ein Jahr später in derselben Zeitschrift zum
b Ebd. vgl. auch S. 19, Anm. 2. — 2) S. W. I., S. 107—109. —
®) Vgl. S. 28 dies. Arb. — 4 ) a. a. O. S. 271. — 5 ) Abseits. Eine Weih
nachtsidylle von Theodor Storni. Illustriert von Otto Speckter.

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