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eines sich in sich selber betätigenden Lebens. Wo wir sie
wahrnehmen, da haben wir den Eindruck lebendiger Aktivi
tät des Lebensgehalts, auch wenn wir keine sinnlichen
Formen vor uns haben, die er nach sich gestaltet.“ (Stilges.
S. 204/5).
Die künstlerische Praxis Storms bestätigt, daß der
Dichter in der Wiedergabe bewegter Körper das Höchste
erreicht, und Schütze weist mit vollem Recht darauf hin 1 ), daß
die bezaubernde Wirkung seiner weiblichen Gestalten zum
großen Teil auf der Befolgung dieses schon von Lessing
(Laok. XX—XXII) geltend gemachten, aber unberechtigter
weise auf die Darstellung der Schönheit beschränkten
Forderung beruht.
Vor allen anderen sind es die weiblichen Jugend
gestalten, die der Dichter mit dem unnennbaren Zauber
seiner Darstellungskunst umgiebt; sie läßt er in der Be
wegung den ganzen Reiz schöner Körperlichkeit entfalten.
Das Vollkommenste, was in diesem Punkte der Poesie über
haupt möglich ist, hat Storm hier erreicht. Er hat es vor allem
erreicht, in der Darstellung der berauschend schönen Tanz
szenen, die gleich leuchtenden Gipfeln in seinen Werken
dastehen. Um so bewunderungswürdiger, als die stilistischen
Mittel der Wiedergabe die denkbar einfachsten sind: dies
aber ist der höchste Grad der Künstlerschaft, die größten
Wirkungen mit den einfachsten Mitteln zu erzielen, eine
letzte Schönheit auf eine letzte Einfachheit zu bringen.
Weibliche Gestalten im Tanz werden dargestellt:
43, 94, 98, 102, 108, 129, 142, 334.
Fast den gleichen Effekt weiß der Dichter den Dar
stellungen des Ganges seiner weiblichen Gestalten abzu
gewinnen :
4, 15, 24, 29, 56, 136, 234, 240, 273, 324, 346, 376,
462, 542, 578.
x ) a. a. O. S. 263.

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