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die Verwandtschaft beider Ordnungen mit einander zum 
Ausdruck zu bringen, vereinigt er sie in einer besonderen 
Unterlegion, den Sphaeroco lüden. Aus Haeckels beiden 
Familien der Thalassicolliden und Thalassosphaeriden bildet 
Brandt 3 neue Familien: Thalassicollidae, Tha- 
lassophysidae und P h y s e m a t i d ae, deren Diagnosen 
ich auf S. 6 f. miteilte. 
Die für die Sphaerozoeen bereits 1885 nachgewiesenen 
3 Zustände, der vegetative, der fruktifikative und der Schwär 
merzustand, werden nun auch an den Thalassicolliden unter 
schieden. Im ersten, dem vegetativen, nehmen die Radio- 
larien nur Nahrung auf, wachsen, vermehren sich durch 
Zweiteilung usw.; dabei sind die Individuen derselben Spe 
zies, abgesehen von Grössenverschiedenheiten, im wesent 
lichen gleich gebaut. Der zweite, der reproduktive Zu 
stand, ist charakterisiert „durch das Zurücktreten der vege 
tativen Funktionen des Körpers und durch eigentümliche 
^ Veränderungen, welche sich im Radiolarienleibe abspielen.“ 
Der Schwärmerzustand entsteht durch Iso- oder Anisospo 
renbildung; sein Uebergang in den vegetativen Zustand 
ist noch nicht bekannt. 
Mit den beiden zuerst angeführten Zuständen beschäf 
tigt sich Brandts 2. Abhandlung über die 
Colliden (1905). Im vegetativen Zustand sind die 
Thalassicolliden kuglige, einkernige Zellen, in deren 
Zentrum der grosse Kern mit einer Kugel von 
Chromatinfäden liegt. Dieser „ist von dem intrakap- 
sularen Plasma umgeben, welches Vakuolen, Oelkugeln 
und Konkretionen, die in „Eiweisskugeln“ liegen, enthält, 
Das extrakapsuläre Plasma'wird von der porösen, aus Platten 
zusammengesetzten Zentralkapselmembran umgeben. Das 
Extrakapsularium besteht vor allem aus dem extrakapsulären 
Plasma, das in einer Schicht die Zentralkapsel umlagert 
* (Pseudopodienmutterboden) und sowohl die Pseudopodien 
als auch die Vakuolenwände bildet. Die Vakuolenflüssigkeit, 
ferner die zwischen den Vakuolenwänden und den Pseudo-
	        

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