„Anfänglich ist die Zentralkapsel ein einzelliger Körper
mit grossem zentralen Kern, dem Binnenbläschen; allmäh
lich entstehen im Protoplasma, das zwischen dem Kern und
der Kapselmembran liegt, kleine Kerne, die sich durch
Teilung vermehren, während im Binnenbläschen zunächst
die Binnenkörper verschwinden, später dieses selbst sich
rückbildet. Im Verlauf dieses Prozesses lösen sich die an
fänglich vorhandenen Oelkugeln und Konkrementkugeln auf,
und es zerfällt der Kapselinhalt in zahlreiche Stücke und
diese weiter in die einzelnen Schwärmeranlagen.“
Das Extrakapsularium besteht aus homogener Gallerte,
in der die Sarkode sich ausbreitet. Die ausser dem Pigment
in ihr enthaltenen Alveolen sind keine echten Zellen, ebenso
wenig wie die Konkremente, die als Produkte des inneren
Plasmas entstanden sind. Die wasserhellen Bläschen be
deuten primitive Kerne. Nur die gelben Zellen sind zweifel
lose, selbständige Zellen.
Aus seiner Auffassung vom Bau des Radiolarienkörpers
folgt weiter, dass für ihn die Zentralkapsel mit ihrem Inhalt
das wichtigste Unterscheidungsmerkmal für die Bestimmung
der Arten ist. Doch trägt er Bedenken, „tiefgreifende Um
änderungen im System der Radiolarien vorzunehmen, da für
systematische Anordnungen eigene Anschauung ein unum
gängliches Erfordernis ist“ und er zu wenig Radiolarien-
formen selbst beobachtet hat, um auf Grund seiner Forschun
gen ein neues System aufzubauen. —
1879 gibt derselbe Forscher noch einmal eine ausführ
liche Darstellung seiner Studien. Er bestätigt seine schon
1876 gemachten Angaben über die Einzelligkeit des Radio
larienkörpers: „Ueberhaupt kommen keine selbständigen
Zellen in den Zentralkapseln der Radiolarien vor, da die
von früheren Forschern hierfür gehaltenen Gebilde entweder
nur Kerne sind oder Vakuolen . . . oder endlich Proto
plasmaeinschlüsse von nicht zellulärem Bau.“ Hiermit
ist die Organisation des Radiolarienkörpers endgültig klar-

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