ferner mittels salpetriger Säure die Nitrosokörper darzustellen.
Sowohl bei der Anwendung von Natriumnitrit und HCl wie
auch beim Behandeln mit Amyl- oder Aethylnitrit in wässriger
resp. Eisessiglösung erhielt ich kein Resultat.
Die Reaktion hätte zwar den experimentellen Beweis für
die in dieser Arbeit aufgestellten Konstitutionsformeln geliefert,
aber es konnte bei den Versuchen nicht verhindert werden,
dass eine Zerstörung der Thioharnstoffe, die sich in der Aus
scheidung von Schwefel kundgab, eintrat.
Schellhorn hatte nämlich wie bereits erwähnt, in seiner
Arbeit mehr zur Annahme der folgenden Formel geneigt:
H 2 N(CH 3 ) 3 C 5 H 6 N-CS-N—C#H,(CHb)»NHi
und dieselbe damit begründet, dass die Thioharnstoffe in Alkali
unlöslich sind und bei der Zerlegung mit Salzsäure nicht in
Senföl gespalten werden, wie nach den in dieser Arbeit an
gegebenen Formeln zu erwarten wäre.
Diese Begründung kann aber keineswegs als stichhaltig
anerkannt werden, da auch bei der anderen Formulierung die
Alkali-Unlöslichkeit möglich ist.
Zudem habe ich mit sämtlichen vier Thioharnstoffen eine
Kondensation mit Phenylsenföl resp. Kaliumcyanat versucht, die,
falls freie NH 2 -Gruppe vorhanden, nach der bekannten Reaktion
von Phenylsenföl und Anilin zu Sulfocarbanilid resp. durch
Isocyansäureanlagerung zu einem Harnstoff hätte verlaufen
müssen.
So scheint es nun wohl sehr wahrscheinlich zu sein,
dass die —C=S-Gruppe sowohl bei den Thiocarbaminaten wie
bei den symmetrischen Thioharnstoffen an die Amin-, nicht
an die Imin-Gruppe getreten ist.
Der Versuch der Umlagerung der a resp. ß symmetr. Thio
harnstoffe wurde durch Erhitzen der wässrigen Lösung der
selben auf 105 bezw. 140—150° im Einschmelzrohr vorge
nommen. Es resultierten jedoch die unveränderten Thioharn
stoffe.
Im Anschluss an diese Untersuchungen über die Einwir
kung von Jod auf die Thiocarbaminate wurden noch einige
neue Derivate der zyklischen Acetonbasen der beiden Reihen

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