Full text: Ueber stereochemische Untersuchungen in der Piperidinreihe

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HO- 
H- 
H- 
—H 
CHs— 
CH 3 
CcHs 
H' 
-H 
H 
-CH 3 
—H 
>N.CO—N 
ß a-Harnstoff 
HO 
H- 
H 
CH S - 
CH 3 
H 
—H 
H 
—CH 3 
rH 
N—CO.N< 
ß b-Harnstoff 
C g H 5 
H 
da ich einen sehr ähnlichen Fall des Überganges in den iso 
meren Körper beim a a-Thiocarbaminat des a p-Aminopiperidins 
nachweisen konnte. Durch Kochen lässt sich nämlich das 
a a-Thiocarbaminat vom Sp. 144—145° in den isomeren Körper 
vom Sp. 187—188° überführen. Dieselbe Umwandlung hatte 
sich auch durch ca. sechs Monate langes Stehenlassen des 
a a-Thiocarbaminats vollzogen, was ich sowohl an dem viel 
höheren Sp. von 185°, wie an der für das « b-Thiocarbaminat 
charakteristischen Reaktion mit HgCl ä ersehen konnte. 
Analog diesem Befunde glaube ich daher in dem bei 
72—75° schmelzenden Harnstoff den stickstofflabilen ßa- und 
in dem bei 124° schmelzenden Körper den stickstoffstabilen 
ß b-Phenylharnstoff betrachten zu können, in Übereinstimmung 
mit den beiden ßa- und ß b-Thiocarbaminaten, deren Existenz 
ich durch die verschiedenen symmetrischen Thioharnstoffe nach 
gewiesen habe. Die in diesen Phenylharnstoffen des Triaceton- 
und Vinyldiacetonalkamins aufgefundenen Stickstoffisomerie- 
erscheinungen versuchte nun Groschuff schon auf die von 
Harri es gefundenen Resultate bei den Thiocarbaminaten 
und den von Schellhorn dargestellten symmetrischen Thio- 
harnstoffen des a und ß p-Aminopiperidins zu übertragen. 
Allerdings kann man eigentlich erst jetzt, nachdem die folgende 
Untersuchung Klarheit über die Isomerieen gebracht hat, diese 
Übertragung mit einiger Berechtigung vornehmen. 
Man nimmt also, gemäss der Ha nt sch -Werner sehen 
Erklärung der Isomerie bei den Oximen, verallgemeinernd an,
	        

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