Full text: Ueber stereochemische Untersuchungen in der Piperidinreihe

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Ähnliche theoretische Spekulationen wurden schon früher 
von v. Miller und Plöchl 1 ) bei lsomeriefällen des as-m- 
Xylidins sowie von Laden bürg 2 ) bei solchen des Coniins und 
a-Pipecolins aufgestellt. 
Diese von Hantsch und Werner bei den Oximen mit 
assymmetrischem Molekül zuerst angewandte Erklärung der 
Isomerie gibt nämlich in Gemeinschaft mit der von Baeyer- 
schen Anschauung über die cis-trans-Isomerie vollkommenen 
Aufschluss über alle bisher bei den zyklischen Acetonbasen 
aufgefundenen Isomerieen. 
Nach der Stickstoffstereochemie beruht die Isomerie der 
Oxime darauf, dass die Hydroxylgruppe bei assymmetrischem 
Molekül verschiedene Richtung einnehmen kann, und zwar 
nach folgendem Schema: 
X—C-Y X-C—Y 
II II 
N—OH HO—N 
Auch bei anderen Körpern mit doppelter Bindung zwischen 
Kohlenstoff und Stickstoff wurden Isomerien gefunden (Äthy- 
lidenanilin, die Hydroxamsäuren, einige Phenylhydrazone), deren 
Auftreten man unter Zurhilfenahme derselben Hypothese zu er 
klären versuchte. 
Groschuff hat nun die von Hantsch und Werner 
ausgesprochene Erklärung über die Stereoisomerie von Stick 
stoffverbindung für die Piperidinderivate akzeptiert, als er beim 
Triacetonalkamin, das der cis-trans-Theorie entsprechend nur 
in einer Form bekannt ist, zwei gut charakterisierte Harnstoffe 
mit Phenylisocyanat erhielt. Dieses Ergebnis spricht ganz 
deutlich für Stickstoffisomerie, weil ja nach von Baeyerschen 
Anschauungen über die cis-trans-Isomerie wegen des symmetri 
schen Moleküls beim Triacetonalkamin zunächst Isomeriefälle 
ausgeschlossen erscheinen. Da sich beide Harnstoffe chemisch 
und physikalisch ausserordentlich ähnlich erwiesen, wonach 
eine Strukturisomerie ausgeschlossen erschien, gab ihnen 
Groschuff folgende Formeln: 
J ) Ber. 29, 1462. 
*) Ber. 37, 3688.
	        

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