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XL. EX LIBRO RUFO ARCHIEPISCOPl RIGENSIS. /
momenti, quœ in finibus Curlandiœ contigerunt, describuntur). Immittelst wurde starck getrieben beym capittel
und in der stadt um eine andere election, und gab sich unter andern der könig Johann in Dännemarcken
an, vor seines vetters, hern grafen Gerhardts von Oldendorfs [o: Oldenburg] sohne, welches die stadt gerne
gesehen, aber dahin nicht bringen konten. Etzlicbe sagten, das der her probst g) einen diener ausgefertiget,
um bey hern Sten Sturen auzuhalten, das er für seinen Schwester sohn die confirmation beym pabst erhal
ten möchte. — — — — — — — — —
(Die 3 Novembris 1485 Theodorus Hake, novus episcopus Tarbatensis , Dunamunde pervenit).
Bald hernacher kamen die gesandten aus Schweden wieder, und vergewisserten von Dunemunde ihre an-
kunfft dem rath, mit vermelden, das sie mit 4 orlogs schiffe und 4000 h) mann, reuter und knechte, drü
ber königs Caroli tochter sohn, her Nicolaus Erickson 0 ritter, hauptman nebenst 2 Senatoren des reichs
Schweden gesetzet, angelanget k), zu dem her Knut Posenson 1) nach Haryen und Wyrlandt mit
parthey volcks geseegelt: das auch der gubernator regni, her Steno Stur, Reval und dem gantzen lande
entsaget: wie auch, das sie etwas schaden bey Oesell gelitten, und ein schiff daselbsten gestrandet. Wur
den hernacher am Sonntage vor Martinim) sehr stattlich mit wolausstaffirten schlitten eingeholet, und des
andern tages ihnen aufn rahthause audientz ertheilet, nach welcher sie aufn hause behalten, und nebst den
hern bischoff von Dörpt wol tractiret worden. Hiernechst wurden etliche abgefertiget an den hern Hille
brandt und hern meister um sicher geleit vor die Schwedische gesandten. Die dan nicht höher als auf 20
persohnen geleit mitbrachten: worauf her Nicolaus Erickson nicht hin wolte, sondern einen canonicum von
Upsal, her Johann von Mechgellen n), mit des reichs Schweden brieffen hinsandte, in welchen schreiben
begehret, wurde zu wissen, ob sie mit den stifft Riga frieden oder krieg haben wolten, drauf sie innerhalb
14 tagen cathegorische antwort einsenden solten. Sie aber verschobens beyderseits auf 5 oder 6 wochen, um
zeit zu gewinnen, und die Rigschen auszumatten, sintemahlen immittelst die last der völcker fast auf die
Rigscheu allein ankahm, und die hinterstellig in der see gebliebene schiffe und völcker in der stadt und
dessen gebieth verleget werden musten. Der her Nils Erickson aber blieb bey seiner instruction und wolte
in 14 tagen bescheid haben, schickte auch an den hern bischoff zu Curlandt, Oesell und capittel zu Dörpt,
von ihnen gleichfalls begehrend zu wissen, wessen er sich gegen sie zu versehen, ob sie bey dem stifft und
kirchen Riga oder bey den creutzherren halten wolten. Diese alle berieffen sich auf einen angesetzten
laudtag zu Wolmar um s. Antonii tag«), aldieweil die Sachen wichtig, und aida zu wolfahrt des landes
gehandelt werden mästen. Zu welchen tage die Rigschen von hern Hillebrandt, hern bischoff zu Dörpt,
und andern praelaten mit verschrieben wurden, allein sie wolten da nicht hin, noch einige gesandte dahin
abfertigen: also dass der her Nils Erickson, zum drittenmahl um eine cathegorische antwort bey beyden
herren anhielte; drauf sie den einen terminum auf 3 königeP) I486 satzten, zu Treyden selbst oder durch
volmächtige zu erscheinen, und hierüber starcke geleits-brieffe hinc inde aufgaben. Worauf her Nils Erick
son ritter, Johann von Mechgellen, canonicus zu Upsal [aus] dem reich Schweden: her Nicolaus Wesendt,
canonicus zu Riga, des stifts, und her Johann Schöning, burgermeister, und her Dieterich Meteler, der
stadt Riga wegen dahin deputirt worden: die dan anfangs vom hern Hillebrandt sehr wol, ja recht vorm
thor, zu Treyden empfangen wurden. {De receptione Hillebrandi in archiepiscopum agitur; ille defendere
conatur, quod contra jus electionis capituli provisionem papæ quæsiverit et amiculum ordinis Livonici [qua
re se imperio ordinis subesse significabat] acceperit). Her Schöning fragete ihm, ob er die artickul, so
in Schweden der kirchen zum besten beliebet q), auch eingehen wolte; drauf er alsobald mit ja geantwortet,
das er den mantel ohn des pabsts dispensation nicht ablegen könte. Andern tages kamen des orden depu-
tirte auch gen Treyden, die den hern Nils Erickson sehr freundlich empfingen, aber hern Schöning wolten
sie die handt nicht bieten, der gleichwol das wort führet, und ihnen allerseits auf ihr anbringen begeg
nete. Summa dieser handlung war dieses, das 14 tage anstandt der waffen sein solte: immittelst wolte
der her meister und sein orden sich auf der Schwedischen anbringen resolviren; hernacher ward weiter
handlung gepflogen, um einen allgemeinen landtag zu halten, und weilen die Rigschen anders nicht wol
ten, ward derselbe auf Reminiscerer) zu Riga angesetzet, da den die bisehöffe und praelaten von Oesell,
Curlandt, Dörpt, in persohn erscheinen wolten, und die Rigsche sache verhandeln: solches gingen beyde,
der her Hillebrandt als auch der her meister ein; dieser solte zur Neuermühlen, jener zu Kirchholm als
dann residiren. Der her Hillebrandt hatte auch durch seine Unterhändler den hern probst, Henricum Hil-
genfeldt, dahin bewegen lassen, das er sich zu ihm in persohn verfügen möchte: solches hat er endlich
mit consent des capittels und des rathes, doch also das der her Johan Hagenau, rathverwandter, um und
g) Henricus Heiligenfeit nomine. h) Numerus aperte corruptus est, quod per se elucet et paucitate navium fir
matur Forte le postea regis Svecise, uxorum duxerat (v. Tom. I. 2. pag. 126). k) Circa diem 28 Octobris expeditio Sveciam reliquerat
(v. Chron. Rhythm supra Tom. I. 2. pag. 184). 1) Lege: Knut Posse, capitaneus castri Wiburgensis. m) Die 6
Novembris n) Canonicum hujus nominis frustra quæsivimus. o) Die 17 Januarii. p) Die 6 Januarii,
q) Hi articuli, approbatione Michaelis archiepiscopi d. 2 Martii 1486 data præditi, impressi sunt apud Hupel, Neue Nord. Mise.
IV. pag. 690—701. r) Die 19 Februarii.

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