Full text: Scriptores Rerum Svecicarum Medii Aevi (Tomus 3)

XL. EX LIBRO RUFO ARCHIEPISCOPI RIGENSIS. 
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gefunden; weilen aber damahlen der winter eingefallen, das ehe man die völcker zusammen gebracht, die 
wässer aller orten befroren, als sein die gesandten anhero geschicket, von allen verständiget zu werden, und 
zu vernehmen, wo die völcker am füglichsten anländen, ihre station fassen, und unterhalt erlangen mögen, 
vermeinten wol ein schloss oder zwey einzuhaben, den sie ja im felde nicht allezeit sein könten. Sie haben 
auch zugleich lesen lassen des Meister Statthalters schreiben an hern Sten Sturen, darinnen derselbe dieser 
guten stadt allerhand beschweren mit unfug aufbürdet, auch hefftig wieder die clerisey intoniret; darneben 
des hern Sturen antwort, das dass reich Schweden nicht gesiunet [were] gegen päbstliche bullen sich zu 
setzen, sondern billig sich der kirchen und stiffts zu Riga anzunehmen hätte. Auch haben die gesandten 
zu verstehen gegeben, das dem reich Sehweden nicht lieb sein würde, sich mit dem orden in einigen still- 
standt oder verbündtniss einzulassen, sintemahlen es gnugsahm beystand dieselbe wieder alle gewalt zuver- 
thädigen: vermahnten zugleich das capittel mit dem rath zu Riga zu friedlicher einig- und beständigkeit, 
und begehrten mittel, ihrer diener einen an den stadthalter mit brieffen sicher abzufertigen, Dieses ward 
durch den hauptman zur Neuermühlen c) bald ins werck gestellet; capittel aber, ritterschafft und rath hat 
diese sache etliche tage in bedencken gezogen, und hernacher ihnen folgende antwort werden lassen: dass 
(praemissis curialibus) ihnen lieb sein solte, das die hern gesandten die mühe auf sich nehmen möchten, 
den hern meisters stadthalter und seinen gebietigern berichten, wie das löblich reich Schweden durch 
päbstliche brieffe, bullen, und gesandten requiriret, der heiligen kirchen, ritterschaft, und stadt Riga das 
ihrige zur vollen gebühr in der güte wiederzukehren verhelften wolte: und da solches nicht verschlüge, 
ihnen richtig unter äugen zu sagen, was dass reich Schweden bey der kirchen, und dero adhaerenten zu 
thun gedächte. Im übrigen sind die gesandten gebeten worden, bis auf den vorstehenden und bestimmten 
tag sich allhier aufzuhalten, um daselbsten den grundt der Sachen eigentlich einzunehmen, und gute mittel 
und wege zur einigkeit und friede dieses lieben landes finden zu heißen. Hierbey sind unterschiedliche 
documenta verlesen worden, welche den hern gesandten zu unterricht gedienet, und des ordens tyranney 
und Übels verfahren gegen der kirchen, und der stadt Riga für äugen gestellet. Wenig tage hernacher 
sind die heren Schwedische gesandten nach dem meisters stadthalter gen Wenden gereiset. (Die 16 Julii 
pacis conventus Rigas habitus est, ad quem episcopi Osiliensis, Curlandiœ et 2'arbatensis atque legatus 
magistri ordinis convenerant. Ex praelatis quaeritur, num curiœ apostolicœ obedientes, diocesi et urbi Ri- 
gensi contra earum adversarios auxilium ferre velint). Die sich dann in specie resolviret, bey der kirchen, 
stiftt, und stadt Riga ihr bestes zu thun, und dem päbstlichen stuhl zu gehorsamen. Womit die tractaten 
ihren anfang genommen, und zwar, weilen die löblichen reichs Schweden gesandten gegenwärtig, [weren] 
wol ten die 3 parten, capittel, ritterschaft, und stadt Riga wissen, ob der orden die Schwedischen gesandten 
als mittlere in den Sachen gebrauchen und sein lassen wolte? So aber von dem orden abgeschlagen worden, 
mit dem anhang, das sie zwar zugeben, das die hern Schwedischen gesandten der stadt Riga assistiren 
möchten, allein das sie neben den hern praelaten judiciren solten, könten und möchten sie nicht zulassen. 
(Tandem post continuatas pacis actiones compositio in profesto Uippoliti martiris [12 Augusti ] inita est). 
— Am tage Assumtionis Mariae d) fiel der grosse beste thurm vom schloss, (der bleyern 
thurm genandt) nieder, und ward vollends das schloss geschleiffet. Hernacher ist man geschäftig gewe 
sen, die Schwedische hern gesandten aus und abzufertigen, die dan 9 wochen auf schwere Unkosten zu 
Riga gelegen, so die stadt auf und über sich genommen. Die hern gesandten wurden von den 3 stifftschen 
parten, capittel, ritterschafft und stadt, erwehlet als vollmächtige bey der löblichen cron Schweden, dero 
bestes*zu wissen wieder den orden oder jemanden anders, die sie im selbigen reich schrift- oder mündlich 
mit unfug antasten wolten. So sie dan auf sich genommen, und mit guter contentement von hinnen gereiset, 
auch noch zuletzt zu Dünemünde von den stadtshauptman daselbsten sehr wohl gehalten, und tractiret 
wurden. — — — 
(.Michael Hillebrand, novus archiepiscopus Rigensis , a papa per provisionem nominatus initio anm 
1485 Livoniam intrat. Diocesis et urbs Rigensis, qucc alium elegerant , principio eum agnoscere nolunt- 
Post conventum ordinum terree in medio Junio Rigœ habitum de receptione archiepiscopi serio agitur, cum 
autem ille , auxilio ordinis confisus, nimis superbum se prœbet, tota res rescinditur). Der Orden aber be- 
gunte wacker um sich und auf alle Strassen zugreiffen, also das es vollendts zum krieg wieder ansahe, wie 
dan auch erfolget Dan als die wege im lande allerseits unsicher wurden, haben die 3 parten der kirchen e) 
etliche, her Gert von Borkum, canonicus, her Dietrich von Rosen, der ritterschaft des stiffts wegen, her 
Johann Schöning burgermeister, her Kersten Herberdes, rathmann, der stadt Riga wegen, gen Schweden 
abgefertiget, mit Vollmacht um assistentz daselbst bey den reich zuwerben f. (. Diversa certamina minons 
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Hupel, Neue noid. MioceUnnee« IV. 685), «emploi hojus foederis nomine cnpiluli, nobilitat» et uib» 
Rigensis d. 24 Decembris 1485 Rigæ scriptum, adhuc in archivo regni Sveciæ servatur. 
Tom. 111. L 81 * 
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