320
XL. EX LIBEO EÜFO ARCHIEPISCOPI RIGEN8IS.
drücken gedächten. Dass er aber mit gewehr hereinkommen, solte man ihm nicht verargen, den es tbeils
aus gewohnheit der reiche Schweden, theils auch der Unsicherheit der see halben geschehen: sie gedachten
niemanden zu beleidigen: selten 'sie aber wieder verhelfen überfallen werden, das gedächten sie ihrem besten
vermögen nach zu weren etc. Hat zugleich credentz schreiben von der reiche Schweden gubernatoren, hern
Steno Sture übergeben, drinnen gedacht, das er um der lande bestes willen diese seine gesandten ausgefertiget
bath sie gütlich aufzunehmen, und ihnen allen glauben zuzustellen. Nach diesem ist eine lange schnflt
des ertzbiseboffen gelesen worden, drinnen vermeldet, wer den 10 jährigen Stillstand gehalten, und wer ihn
gebrochen,'in unterschiedliche puncten, dem hern meister beschuldigend, und die stadt Riga auch anste
chend. Hierauf ist nach beredung sattsam geantwortet worden, darzu hat man auch des Böhmen lästerliche
Schmähschriften, und hern Erich Axelsons schreiben lesen lassen. Hiemit ist man von diesen Sachen was
abgetreten und von dem Muscowitischen einfall, und wie gegen dieselbe zuverfahren, zu tractiren angefangen.
Und nachdem man beschlossen, die güte zu tentiren mit besendung, und zugleich die nothwendige gegen-
wehr zu beobachten, hat es sich daran gestossen, das die Schweden als fremde völeker im lande [gekommen].
Worauf zwar etliche aus dem stift vorgewandt, das sie sicher durch land gen Swaneburg t) geleitet wer
den müsten, aida man ihrer dienste gegen die Russen zu gebrauchen. Allein von des meisters seiten wolte
man die Schweden durchaus im lande nicht wissen, es hätten denn die sämtliche praelaten und stande
caviret das sie niemanden im lande beleidigen sollen; woran die prælaten nicht gewolt; sind also von
einander unverrichter Sachen geschieden. Denn obgleich der Schweden halber, der ertzbischoff, sein capitel
und manschaft zu caviren sich erboten, war dieses auch dem hern meisten nicht annehmlich, also das es
gar wieder einander lieft Die praelaten schrieben gleichwoll von Rownenburg an den hern meister, er
mähnten ihm den 10 jährigen frieden zu halten, und nicht zuzugreiffen etc. Der dan so lang mit schaff
ten sich vernehmen liess, bis er mit einer guten armee fertig ward, und gen und vor Salis sich begeben;
aidar er auch von der stadt begehret, das sie ihre geworbene völeker mit hinsenden solten; so sie ihm aber
durch ihre gesandten wollen ausreden lassen; er aber wolte durchaus etliche mit haben, und da es nicht
hundert sein könten, solten es nur 30 oder 10 oder 5 sein. Dessen hatte der rath sich auch durch schrei
ben entschuldiget. Womit er endlich zufrieden gewesen.
Immittelst ist in der fasten-woche u) ein bothe mit schreiben von Rom, von den procuratoribus des
hern meisters und der stadt, an dieselbe kommen, der unter andern ein breve apostolicum vor die stadt
Riga mitgebracht, mit welcher der rath die kloster und andere priester wieder requiriret, und ihr amt
völlig zu verrichten begeret: so sie den auch gethan, und ohn belehrung des ertzhischoffen noch selbigen
tages vesper sungen und messe hielten.
Der orden zog drauf vor Salis, das hielte sich 8 tage und ward mit accord übergeben, so das die
Schweden mit allem ihrem gezeuge und güter sicher abziehen solten. Wie sie den auch gethan, und 130.
mann von dannen ab gen Riga gezogen, aidar sie bis offen wasser bleiben, und alsdann wieder nach hause
kehren solten — — — — — — — — — .
(Ex vehementi dissidio inter cives Bigenses et magistrum Livonicum, Johannem Freitag von Loring-
hof en, bellum an. 1484 erumpit. Cives arcem, quam magister in urbe adhuc tenet, obsident et die 18 Maji
expugnant Episcopo Tarbatensi mediante conventus pacis in diem 27 Junii statuitur, sed postea m tres
1484 septimanas differtur). Den Freytag nach Johannis v) hat der rath iren hauptman, in die 400 pferde starck,
ausgesandt, den hern Henricum Hilgeufeldt, praepositum, nacher Kockenbausen zu begleiten, so dan glück
lich verrichtet wordeu. Um diese zeit kam ein schiff (seycke)ri mit volck aus Schweden darinnen 3 ge
sandte: herr Sweno Petersson, praepositus von Upsal, canonicus zu Stockholm y), her Magnus Erickson
hauptman z), her Johann Uurost, des hern Stenonis Sture cumthura), (der her Peterson und her Unrost
worden bald hernacher zu canonicis im capittel zu Riga erwehlet) von hern Steno Sture und dem reichs-
raht ausgefertiget waren an den hern meisters stadthalter, capittel, ritterschafft desselben, und den raht zu
Riga Dero Werbung bestand hierin, das nachdem der seelige her Stephanus, weyland ertzbischoff, bey sei
nen lebzeitenb) durch seinen gesandten hern Engelbrecht Harpen das reich Schweden um trost, hülff, und
beystand gegen seiner kirchen feinde, den deutschen orden oder creutzherren, so ihn in seiner ruhlichen be-
sitzung seines stiffts nicht allein betrübten, sondern gar verstörten, auch dasselbe mit päbstlichen bullen,
denen es zu gehorsamen schuldig, desfalls erhalten, requiriret, dass löblich reich sich gutwillig dazu
t) Situm est in confiniis Livonia et provinci® Witebst. u) Dominica Invocavit dies 28 Februarii erat. v) Die
25 Junii v) Lege: mycke, svetice snäcka, quod genus minoris navis erat; scriptori vocabulum familiare aperte non erat.
V) Canonicus Upsalensis et pastor Stockliolmensis erat (v. supra not.' g); præpositus Upsalensis tunc Ericus Andre® erat,
z) Nullum nobilem hujus nominis, nedum militem, in diplomatis ejusdem temporis invenimus. Forte legendum Nils Enksson
(Gvllenstierna), qui expeditioni Sveci® in Livoniam sequenti anno præfuit. a) Johan Unrast, clericus et imperiali aucto
ritate notarius, plus semel in diplomatis comparet et a Stenone Sture in ejusmodi negotiis adhibebatur. b) Stefanus (qui
jam an. 1479 provisione papæ arcliiepiscopus Eigensis factus erat) in fine Julii anni 1483 in Livoniam venerat, sed jam d. 20
Decembris ejusdem anni vita decesserat.

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.