Full text: Leitfaden für den Unterricht in der deutschen Geschichte mit besonderer Berücksichtigung der kulturgeschichtlichen Momente für die Oberstufe mehrklassiger Volks- und Mittelschulen

I 
!• Brandenburg unter den Kurfürsten aus dem Hause Hohenzollern. 213 
er sowohl im Kampfgewühl, wie auf dem Turnierplätze bewies, 
11)0 er, mit Narben am ganzen Körper überdeckt, niemals besiegt 
wurde. Die Verwaltung des Kurfürstentumes überließ er seinem 
^°hn, Johann, während er sich auf seine fränkischen Besitzungen 
^rückzog. Doch ist seine Regierung für die Mark nicht ohne Be 
ttung gewesen. Er erwarb die Gebiete Krossen, Züllichau 
"ud einige pommersche Orte und erließ das wichtige hohen- 
jollersche Hausgesetz. In demselben wurde bestimmt, daß 
^ Kurfürstentum Brandenburg fortan ungeteilt 
Leiben und stets auf den ältesten Sohn übergehen 
^llte. Dadurch beugte er der Zersplitterung vor, der manches 
putsche Land in damaliger Zeit durch die gebräuchliche Länder- 
w'lung bei dem Tode des regierenden Fürsten ausgesetzt war, und 
einen weiteren Grund zu der Größe des brandenburgischen 
Staates. 
Nach dem Tode Albrechts übernahm sein Sohn, Johann Ci 
tero (1486 — 1499), so genannt wegen seiner gründlichen Kenntnis 
^ lateinischen Sprache, die Regierung des Landes, die er bereits 
? et Lebzeiten seines Vaters verwaltet hatte. Er war ein weiser, 
Mrsamer Fürst, der nach jeder Seite hin das Wohl seines Volkes 
wl Auge hatte. Für die Bildung desselben sorgte er, indem er in 
Frankfurt a. d. Oder den Grund zu der ersten Universität 
Landes legte. 
„ Joachim I. Nestor (1499—1535) war eifrig bemüht, die 
Mentliche Sicherheit, die aufs neue durch den räuberischen Adel 
.sdroht wurde, zu schirmen. 1 Er erwarb sich dadurch bittere Feind- 
Aaft, die ihm sogar nach dem Leben trachtete und ihn mit dem 
Zpottvers bedrohte: „Jochimke, Jochimke, hüte dy! Fange wy dp, 
w hange wy dy!" Trotzdem betrieb er die Unterdrückung des 
Zauberischen Adels mit Unerschrockenheit; viele Raubritter starben 
“ etl Tod durch Henkershand. Zugleich errichtete er das Kamm er 
bricht zu Berlin, dem sich selbst die Adligen, welche bis dahin 
schein Gericht unterworfen gewesen waren, fügen mußten. Der 
Deformation gegenüber verhielt er sich feindlich; seine Gemahlin, 
welche der Lehre Luthers ergeben war, mußte sogar ihres Glaubens 
wegen die Heimat verlassen. Das Gebiet des Landes vergrößerte 
er durch die Erwerbung der Grafschaft R u p p i n. 
Sein Sohn, Joachim II. Hektor (1535—1571), war das- 
Gegenteil seines Vaters, nämlich ein Freund der evangelischen Lehre. 
|- r erteilte daher 153 9 die Erlaubnis zur Einführung der 
selben in seinem Lande. Seine Regierung ist besonders wichtig 
°Urch den Abschluß der Erb Verbrüderung mit dem Herzog 
swn Liegnitz, Brieg und W oh lau, wonach diese Länder 
' wFall desAussterbens des dortigen Herzogshauses
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.