Full text: Leitfaden für den Unterricht in der deutschen Geschichte mit besonderer Berücksichtigung der kulturgeschichtlichen Momente für die Oberstufe mehrklassiger Volks- und Mittelschulen

6. Der schwedisch-fraiizösisch-dcutsche Krieg u. d. westfälische Friede. 207 
zum Obersten befördert hatte, überfiel ihn mit seinen Genossen 
meuchlings zu E g e r und ließ ihn in seinem Schlafgemache 1634 
»morden. 
Den Oberbefehl über Wallensteins Heer erhielt dem Namen 
Mrch der Sohn des Kaisers, Ferdinand, in Wirklichkeit aber Graf 
Kallas. Zn Verbindung mit den Bayern unter Johann von 
Werth brachte er den Schweden bei Nördlingen 1634 eine solche 
Niederlage bei, daß der Kurfürst von Sachsen sich bewogen fühlte, 
mit dem Kaiser den Separatfrieden von Prag 1635 zu 
Ichließen, dem bald alle übrigen protestantischen Fürsten mit Aus 
nahme von Hessen, Württemberg und Baden, die noch zu 
Schweden hielten, beitraten. In diesem Frieden wurde das Resti- 
tutionsedikt zurückgenommen und die L a u s i tz mit dem Kurfürstentum 
Yachsen vereinigt. 
6. Der schwe-isch-fralyöstfch-deutsche Krieg und der 
westfälische Friede. 
Obgleich kein Grund zur Fortsetzung des Krieges mehr vorlag, 
wütete derselbe doch noch 13 Jahre lang auf deutschem Boden weiter, 
mdem jetzt Frankreich sich offen mit Schweden verbündete, um 
Habsburgs Macht zu schwächen und deutsches Gebiet am Rhein an 
sich zu reißen. Dadurch verwandelte sich der Religionskrieg vollends 
M einen Krieg der politischen Parteien und Interessen. 
Ferdinand II. war unterdessen gestorben, und sein Sohn 
«erdinand in. (1637—1657) bestieg den deutschen Kaiserthron. 
Er ging ein Bündnis mit Sachsen ein; aber das vereinigte öster 
reichische und sächsische Heer wurde von dem schwedischen 
General Banür bei Witt stock (in der Mark) geschlagen, worauf 
dieser Sachsen, Brandenburg und Thüringen verheerte. 
Am Rhein kämpfte Graf Gallas vergeblich gegen die Fran 
zosen und Schweden. Nach Banörs Tode versetzte sein kühner 
Nachfolger, Torstenson, mit seinen Kreuz- und Querzügen durch 
3anz Deutschland bis nach Wien den Kaiser mehrfach in die größte 
Not. Als derselbe den Oberbefehl in die Hände Wrangels nieder 
legen mußte, verheerte dieser Bayern und Schwaben und er 
oberte Böhmen. Schon hatten die Schweden einen Teil von P r a g 
Angenommen, als nach vierjährigen Verhandlungen, die in Münster 
mit dem Papst und den Franzosen., in Osnabrück mit den 
Schweden geführt worden waren, am 24. Oktober 1648 endlich 
westfälische Friede zu stände kam, der dem unseligen Kriege ein 
Ende machte. 
Zn diesem Frieden erhielt Frankreich den größten Teil des 
Elsaß und die Hoheit über 10 elsässische Reichsstädte;
	        

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